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    <title>&amp;nbsp;Club der scheintoten Dichter (&amp;raquo;Alle guten Dinge haben etwas Lässiges und liegen wie Kühe auf der Wiese.&amp;laquo; &amp;mdash; F. Nietzsche&amp;nbsp;)</title>
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    <description>&amp;raquo;Alle guten Dinge haben etwas Lässiges und liegen wie Kühe auf der Wiese.&amp;laquo; &amp;mdash; F. Nietzsche&amp;nbsp;</description>
    <dc:publisher>neo-bazi</dc:publisher>
    <dc:creator>neo-bazi</dc:creator>
    <dc:date>2008-05-31T10:15:38Z</dc:date>
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    <title>&amp;nbsp;Club der scheintoten Dichter</title>
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    <title>WIR SIND UMGEZOGEN</title>
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    <description>Den Club der halbtoten Dichter finden Sie jetzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://neobazi.net/&quot;&gt;HIER&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>neo-bazi</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/topics/Haeuptling+schmutzige+Feder&quot;&gt;Haeuptling schmutzige Feder&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 neo-bazi</dc:rights>
    <dc:date>2006-10-24T10:00:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://cdhd.twoday.net/stories/2844791/">
    <title>El Schaddai</title>
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    <description>&lt;i&gt;Der verworfene Engel&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weihnachtsmann war sauer. Das Christkind hatte ihm einen Spezialauftrag erteilt, den es aus bestimmten Gründen nicht selbst ausführen konnte. Nur hatte es vergessen, ihm Geld dafür mitzugeben, und umsonst gibt es auf der Erde schon lange nichts mehr, wie wir alle wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unserem Weihnachtsmann war eigentlich selbst noch nicht klar, wie er die paar Tage,die er noch auf der Erde bleiben mußte, überstehen sollte.&lt;br /&gt;
Aber Befehl ist Befehl, dachte er sich und steckte seine Visa-Karte in den Geldautomaten. Dann tippte er die himmlische Geheimnummer hinein und hatte Glück: Das Weihnachtskonto war zwar erheblich überzogen, aber hundertfünfzig Mark spuckte die Kiste noch aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seitdem dieser Papst das ganze Jahr in der Weltgeschichte herumreiste und deshalb die Vatikanischen Überweisungen immer spärlicher wurden, hatte das göttliche Defizit eine gewaltige Größenordnung erreicht und die Neuverschuldung wuchs bedrohlich.&lt;br /&gt;
Der himmlische Personalabbau, hauptsächlich von Petrus betrieben, hatte beängstigende Formen angenommen und es war durchaus nicht sicher, ob es im nächsten Jahr überhaupt noch einen Weihnachtsmann geben würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute jedenfalls gab es ihn noch und er hatte hundertfünfzig Mark in der Tasche. So spazierte er also durch den Hauptbahnhof und machte sich auf die Suche. Aufmerksam glitten seine Blicke über das Gedränge, hin und her und rundherum, wie die Strahlen des Radargeräts auf dem Flughafen. Niemand erkannte ihn, denn er war ja in einem Spezialauftrag unterwegs und sah auch gar nicht aus wie Santa Claus, eher wie ein Zivilbulle oder wie ein Freier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es dauerte nicht lange, da sah er ihn. Der Weihnachtsmann war im August schon einmal auf Erkundung hiergewesen. Damals war es warm und der Engel trug immer nur Hemd und Weste, leichte braune Hosen und Turnschuhe. Heute, am Heiligen Abend, war es bitterkalt. Der Engel hatte sich eine dicke, orangefarbene Jacke übergezogen und sah obenherum ein bißchen wie ein Müllmann aus. Aber an den goldenen Haaren und der lustigen Stupsnase erkannte der Weihnachtsmann den Engel sofort.&lt;br /&gt;
Unauffällig manövrierte er sich an ihn heran, sodaß er ihm begegnen mußte. Sie gingen aneinander vorbei, ein kurzer, fragender Blick und schon war die Sache klar. Der Weihnachtsmann blieb stehen und drehte sich um. Der Engel drehte sich ebenfalls um, kam zurück und beide gingen langsam nebeneinander her.&lt;br /&gt;
Hast du mal ne Zigarette? fragte der Engel.&lt;br /&gt;
Na klar sagte der Weihnachtsmann aber nur geschmuggelte Marlboro aus der Slowakei.&lt;br /&gt;
Schon O.K. meinte der Engel und nahm sich ein Stäbchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist fragte dann der Engel suchst du einen Jungen?&lt;br /&gt;
Kann schon sein antwortete der Alte was nimmst du denn?&lt;br /&gt;
Kommt drauf an, was du machen willst sagte der Engel aber Küssen und Bumsen is nicht!&lt;br /&gt;
Hab ich auch nicht vor stellte der Weihnachtsmann klar wenn ich Bumsen will, geh ich zu ner Frau.&lt;br /&gt;
Also ganz normal, keine harten Sachen hielt der Engel fest sagen wir, einen Schein.&lt;br /&gt;
Hundert? Der Weihnachtsmann rechnete, denn er mußte auch noch die Absteige bezahlen. Also gut, weil heute Weihnachten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie gingen zusammen aus dem Bahnhof in Richtung der Absteigen. Manche machten das unauffälliger, da lief der Freier dann dem Jungen auf der anderen Straßenseite fünfzig Meter hinterher, aber dem Engel und dem Weihnachtsmann war das egal. Die anderen Jungs, die Freier und die Bullen merkten sowieso, was abging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun müssen wir noch ein wenig von dem Engel erzählen, damit ihr die Geschichte auch richtig versteht.&lt;br /&gt;
Noch vor ein paar Jahren war der Engel genauso ein Engel wie alle anderen Engel im Himmel auch. Das heißt, ganz genauso war er eigentlich nicht. Er war schon immer ein bißchen neugieriger und leichtsinniger als die anderen und manches von dem, was der alte Petrus im Unterricht erzählte, wollte er einfach nicht glauben.&lt;br /&gt;
Eines Tages flog der Engel alleine und übermütig zu der verbotenen Wolke, die ganz hoch oben und ganz weit draußen schwebte und es kam, wie es kommen mußte:&lt;br /&gt;
kurz bevor er sie erreichte, verließen ihn die Kräfte, der Engel stürzte ab.&lt;br /&gt;
Erst trudelte er noch eine Weile hin und her, dann ging es schneller und schneller, tief hinab. Bald verlor er einen Flügel, beim Aufprall auf der Erde brach auch noch der zweite ab. Die Flügel unseres Engels hießen Selbstachtung und Stolz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich ist das Leben auf der Erde doch gar nicht so schlimm, könnte man denken, den meisten von uns geht es doch recht gut.&lt;br /&gt;
Wenn, ja wenn es da für einen Engel nicht ein ziemliches Problem gäbe. Engel ernähren sich im Gegensatz zu uns Menschen nämlich von Goldstaub und dieser Goldstaub ist auf der Erde fürchterlich teuer. Im Notfall können die Engel auch Schnee essen, aber das ist ein ganz besonderer Schnee. Er ist sehr selten und auch nicht gerade billig.&lt;br /&gt;
Deshalb hatte das Christkind den Weihnachtsmann zu unserem Engel geschickt. Er sollte sich wenigstens am Heiligen Abend um das Geld für den Goldstaub keine Sorgen machen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittlerweile waren der Weihnachtsmann und der Engel vor der Absteige angekommen. Sie hieß Blasender Engel, der alte Mann kannte sie noch aus besseren Tagen.

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;absteige1&quot; width=&quot;354&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/absteige1.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

Hier? fragte der Weihnachtsmann.&lt;br /&gt;
O.K. sagte der Engel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Alte zahlte 40 Mark für eine halbe Stunde, man gab ihnen ein Zimmer im Erdgeschoß. Sonst wohnten nur Männer mit jüngeren Frauen in der Absteige, der Weihnachtsmann wurde ein wenig verlegen. Aber er hatte ja einen Auftrag zu erfüllen. Das Zimmer besaß keine Toilette, doch es war wenigstens warm.&lt;br /&gt;
Der Weihnachtsmann und der Engel zogen ihre Jacken aus und warfen sie über einen Sessel. Der Weihnachtsmann legte sich auf das große Bett, das weder Kissen noch Decke hatte und zündete sich eine Zigarette an.&lt;br /&gt;
Der Engel begann sich auszuziehen, denn er wollte die Sache schnell hinter sich bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das brauchst du nicht sagte der Weihnachtsmann ich steh nicht auf sowas.&lt;br /&gt;
Was soll das heißen fragte der Engel mißtrauisch du stehst nicht auf sowas. Wieso gehst du dann mit mir hierher?&lt;br /&gt;
Keine Angst, du kriegst deine Kohle sagte der Alte und legte den Blauen auf den Tisch.&lt;br /&gt;
Ich möchte dir eine Geschichte erzählen, komm her.&lt;br /&gt;
Dann hätten wir uns das Geld fürs Hotel sparen können sagte der Engel, der nicht recht wußte, was das hier werden sollte.&lt;br /&gt;
Draußen ist es kalt erklärte der Weihnachtsmann und ich möchte dich gerne in den Arm nehmen. Mit den dicken Jacken spüre ich dich ja gar nicht.&lt;br /&gt;
Ein seltener Spinner dachte der Engel, steckte sich ebenfalls eine Zigarette an und legte sich neben den Alten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser begann zu erzählen. Von dem Seemann, der einen schwarzen Engel traf, welcher ohne Goldstaub leben wollte. Von Entgiftungen in Ochsenzoll und Therapien in Hessen, von Sabine aus der Königstraße, von der Flucht in den Harz und ins Allgäu, vom Cleansein auf dem Schiff in den Philippinen.&lt;br /&gt;
Von endlosen Kämpfen und Tränen und davon, daß die Hoffnung noch immer nicht gestorben ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wissen nicht, ob die Geschichte dem Engel gefallen hat, jedenfalls sagte er nichts dazu.&lt;br /&gt;
Als der Weihnachtsmann schließlich schwieg, nahmen sich die beiden in die Arme und lagen eine Weile still da, wie zwei Ertrinkende, die sich gegenseitig aneinander festhalten wollen. Dann standen sie auf, der Engel steckte den Schein ein und beide gingen in verschiedene Richtungen wieder hinaus in die Kälte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christian ging zurück zum Bahnhof, vielleicht liefen da ja noch mehr solche Spinner durch die Gegend. Er wußte ja nicht, wen er gerade getroffen hatte.&lt;br /&gt;
Aber es hingen nur noch zwei besonders abgefuckte Freier herum, die ihre Geilheit nicht einmal am Heiligen Abend verbergen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Alte hatte eine Träne in den Augen, die aber sofort gefror und herunterfiel. So merkte an der Tankstelle niemand etwas, als er sich für die verbliebenen 10 Mark mit Apfelkorn eindeckte. Irgendwie hatte er ein gutes Gefühl, als er sich damit alleine auf seiner Bude einen knallte. Er hoffte, daß der himmlische Vorruhestand noch ein Weilchen auf sich warten liesse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese wahre Geschichte liest auch &lt;a href=&quot;http://neobazi.net/archives/6261/opa-spielt-weihnachtsmann/&quot;&gt;Stimm und Truppi.&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>neo-bazi</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 neo-bazi</dc:rights>
    <dc:date>2006-10-24T09:35:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cdhd.twoday.net/stories/2302775/">
    <title>Der Prinz mit der Zahnlücke - Nachwort</title>
    <link>http://cdhd.twoday.net/stories/2302775/</link>
    <description>&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;b&gt;Nachwort&lt;/b&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

Die Fortsetzung dieser Geschichte wird vielleicht einmal von zwei jungen Frauen und einem Mädchen geschrieben werden.&lt;br /&gt;
Peter hat sie nacheinander weinen sehen aber sie sagten ihm auch, daß sie ohne seinen Freund nicht wüßten, was Liebe wirklich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man die beiden Freunde heute fragte, wie sie das Glück definierten, so brauchten sie nicht lange nachzudenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tommy würde das Glücklichsein vielleicht so erklären:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stell dir vor, du sitzt am Ufer des kleinen Teichs am Fuße des Mariabergs mit einem Grashalm zwischen den Zähnen, wie man an einem sonnigen Nachmittag am Ufer eines Teiches halt so sitzt.&lt;br /&gt;
Vor dir, in der blühenden Sommerwiese, hüpft die kleine Anna jauchzend durch das hohe Gras und versucht, einen Schmetterling zu fangen. Du siehst ihr dabei zu und das, was du ein paar Minuten lang in dir spürst, das muß es sein, das Glück.

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt; &lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;274&quot; alt=&quot;goldie&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/goldie.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

Peter würde bestimmt von einem Frühlingstag am Bodensee erzählen, an dem sie zusammen die Uferpromenade entlang spaziert waren.&lt;br /&gt;
Oma aus Hamburg hatte bei ihm untergehakt, ein paar Meter vor ihnen ging Tommy mit einer jungen Frau. Sie hielten sich umschlungen, ihre Köpfe waren einander zärtlich zugeneigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sind sie nicht ein schönes Paar? fragte die alte Dame ihren Kavalier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind sie antwortete dieser, aber gegen uns beide kommen sie nicht an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seeopa, guck mal rief ein kleiner Junge, der an einem Verkehrsschild hochgeklettert war und daran herunter rutschte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da löste sich Tommy von der jungen Frau und rannte dem Kind unter den Bäumen im Slalom hinterher.

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;388&quot; alt=&quot;birgit&quot; width=&quot;300&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/birgit.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

Tommy (Stefan) verstarb am 27. Juni 2006 im Hospiz von Kempten im Allgäu nach 13monatiger schwerer Krankheit an einem Hirntumor.
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

&lt;a href=&quot;http://neobazi.net/archives/4847&quot;&gt;In Hamburg sagt man Tschüß&lt;/a&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

&lt;a href=&quot;http://neobazi.net/archives/4856&quot;&gt;Für Antonia&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;


&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/stories/2088633/&quot;&gt;Zum Vorwort&lt;/a&gt;

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

&lt;a href=&quot;http://neobazi.net/archives/7352&quot;&gt;Weitere Vidos und Fotos zum Bericht&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>neo-bazi</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/topics/Der+Prinz+mit+der+Zahnluecke&quot;&gt;Der Prinz mit der Zahnluecke&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 neo-bazi</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-06T22:41:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cdhd.twoday.net/stories/2302693/">
    <title>Der Prinz mit der Zahnlücke - Tommy 40</title>
    <link>http://cdhd.twoday.net/stories/2302693/</link>
    <description>Good morning sir hörte er eine Stimme sagen, sie gehörte einem der jungen Männer, die jeden Morgen die Kokosnüsse von den Palmen herunter schlugen.&lt;br /&gt;
Auf dem Weg zum coffee shop sah er, wie Tommy mit einem Mädchen auf dem Balkon frühstückte. Peter ließ sich viel Zeit mit scrambled eggs with bacon, coffee, juice and fruit.&lt;br /&gt;
Als er in ihr Zimmer kam, war Tommy alleine. Noch nie hatte er den Jungen so aufgeräumt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schade daß du sie nicht mehr gesehen hast sagte Tommy, sie ist gerade weg. Ein Königskind, wie du immer sagst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe sie gesehen antwortete Peter, aber nur von weitem auf dem Balkon. Ob du Spaß hattest, brauche ich wohl nicht zu fragen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war die schönste Nacht in meinem ganzen Leben berichtete der Junge begeistert, ich habe nicht geglaubt, daß es so etwas geben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An ihrem letzten Abend luden sie den Chiefmate und den Bootsmann in ihr Hotel zum Essen ein. Ein besseres Restaurant hätten sie auch in der Stadt nicht gefunden. Der Bootsmann war abgelöst worden und flog am anderen Tag zu seiner Familie nach Manila, der Chiefmate hielt sich bei Bekannten in Davao City auf. Beide mußten sich an das für sie luxuriöse Ambiente des wirklich guten Hotels erst gewöhnen.&lt;br /&gt;
Auf der Terrasse unter ausschließlich europäischen oder amerikanischen Gästen gab es Hummer bis zum Abwinken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The first time in my life I eat this food gestand der Erste Offizier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
How come wunderte sich Peter, they catch a lot of them in your islands I think.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yes sagte der Chiefmate but its much too expensive for us.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter wurde ein bißchen verlegen dem Mann gegenüber, den er sehr schätzte. Daheim hätte er nicht weniger für Schweinebraten mit Rotkohl bezahlt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei ihrem Abschiedsbesuch in der Karaoke-Bar ging es hoch her. Die Mädchen sangen ihre Lieder für sie, man machte ein Foto zusammen und der Geschäftsführer schrieb ihnen seine Adresse auf einen Zettel. Ein Junge kam mit einem Korb voll angebrüteter Enteneier herein, man nannte sie Balut, eine philippinische Spezialität. Als Tommy das erste Ei aufschlug, war der Inhalt fast schwarz, das Kükenembryo schon gut zu erkennen. Das sei normal, erklärten die Mädchen und Tommy behauptete, es wäre eine Delikatesse. Peter verzichtete, er wollte seinen Hummer bei sich behalten.

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;282&quot; alt=&quot;karaokebar&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/karaokebar.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

Die Busfahrt zurück nach Mati war nicht weniger interessant als die Hinfahrt, nur daß sie diesmal von Regenschauern verschont blieben. Als das klapprige Gefährt die Serpentinen hinunter raste, legte Peter sein Schicksal in höhere Hände. Aber sie hatten ja Buddha dabei und vertrauten ergeben seiner irdischen Bremskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider nahm Tommy an Bord sehr schnell seine alte Routine wieder auf und schlief den ganzen Tag. Ein über hundert Seiten langer Brief seiner Bekannten aus Ochsenzoll, den er bereits in Tacloban erhalten hatte, lag noch immer ungelesen in seiner Schublade. Während des Bunkerns in Singapur half er allerdings bei der Proviant- und Storeübernahme kräftig mit und zeigte, was er konnte, wenn er wollte.&lt;br /&gt;
Während der Passage des Suez Kanals schlief er in Peters Koje, weil seine Kammer für den Lotsen bereitgehalten werden mußte. Beim Passieren von Ismailia am Nachmittag weckte ihn Peter: Schau doch wenigstens mal aus dem Bulleye, Alter. Das ist Ägypten, der Turm da drüben ist das Minarett einer Moschee.&lt;br /&gt;
Tommy tat wie ihm geheißen wurde. Dann ließ er sich in die Koje zurück fallen. So ein Ding steht an der Alster in Hamburg auch stellte er fest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Italien überraschte sie der tiefste Winter. Es war bitter kalt, als sie sich in Monfalcone vom Kapitän, seiner Frau und der Besatzung verabschiedeten. Der Chiefmate sagte dabei lächelnd zu Tommy: Good luck, amigo, be careful with motorbikes in the future. Er hatte vom ersten Tag an gewußt, was mit dem Jungen los war und die Story von seinem Motorradunfall keine Sekunde lang geglaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter war heilfroh, daß sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Erst im Nachhinein wurde ihm voll bewußt, wie riskant ihre Aktion tatsächlich gewesen war. Da erinnerte er sich an Sabines Worte, als Tommy bei ihrem letzten Besuch scherzhaft überlegte: Vielleicht falle ich ja über Bord und ertrinke. Dann sind alle Probleme gelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann wäre es halt ein paar Monate früher passiert sagte sie sachlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich hatten sie sich vorgenommen, Venedig einen Besuch abzustatten, es lag nur wenige Kilometer von Monfalcone entfernt. Doch der Karneval war vorbei und der Anblick von Gondeln im Schnee allein war doch ein bißchen wenig. Also steuerten sie lieber Südkurs und machten sich mit der Bahn auf einen der vielen Wege, die nach Rom führen. Auf einem Zwischenstopp in der nächsten größeren Stadt Bologna zogen sie durch ein paar hundert Meter der insgesamt 32 Kilometer langen, berühmten Arkaden der Stadt und speisten in einem sündhaft teueren Restaurant. Die Erinnerung an die raffiniert zubereiteten Gerichte lag ihnen noch lange danach zwischen Gaumen und Zunge und ließ die römische Küche verblassen. Ein Ober, der so heiß war, daß er mit den Fingern schweißen konnte, schwirrte unablässig um Tommy herum und schenkte ihm zum Abschied eine bemalte Fliese. Auf der Rückfahrt besuchten sie später noch einmal das Restaurant mit der Kacheltunte. Der himmlische Geschmack des zart gegrillten Blumenkohls wurde erst Tage danach durch das etwas herbere Aroma von Allgäuer Kässpatzen überlagert.

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;277&quot; alt=&quot;roemisch&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/roemisch.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

Die ewige Stadt empfing sie mit Eiseskälte. Sie wickelten sich gut ein und gingen viel zu Fuß. Beim Besuch des Petersdoms ließ Peter seinen Buddha vorsichtshalber im Hotel. 

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;450&quot; alt=&quot;stpeter&quot; width=&quot;300&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/stpeter.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

Hier wurden ohne ersichtlichen Grund gleichzeitig mehrere Messen gelesen. Die prozessionsartig hinter den Geistlichen her marschierenden Meßdiener in fortgeschrittenem Alter schauten neugierig zu den Touristen herüber, nur die ganz jungen blickten noch andächtig hinauf.&lt;br /&gt;
Von dem erwarteten erhabenen Schauer wurden Peter und Tommy nicht ergriffen. Lediglich vor der Pieta des Michelangelo verharrten sie eine Weile. Tommy tauchte das güldene Kreuz, das ihm Peter in Tacloban zu Weihnachten geschenkt hatte und an dem bereits ein Rubinsplitter herausgebrochen war, in das Weihwasserbecken daneben. Peter machte ein dokumentarisches Foto.

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;447&quot; alt=&quot;colosseum&quot; width=&quot;300&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/colosseum.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;


Vor dem Kolosseum zeigte Tommy fortwährend mit dem Daumen nach unten und Peter streichelte ein Dutzend Katzen. Dann schrieben sie von einem Cafe aus eine Ansichtskarte an Oma und eine an Antonia. Peter kaufte sich zwei Nummern zu kleine italienische Schuhe made in Taiwan und stiftete sie einer Altkleidersammlung der Caritas in seinem Heimatdorf. Tommy bekam als Souvenir einen braunen Schal für umgerechnet zwölf Mark, ein Schnäppchen, das Peter dem begeisterten Verkäufer mit der Visa-Karte bezahlte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der eindrucksvollen Überquerung der winterlichen Alpen über den Brenner schlief Tommy im Zug. &lt;br /&gt;
Nachdem sie in ihrem Dorf im Allgäu eingetroffen waren, hatten sie keinen Plan mehr.&lt;br /&gt;
Peters Nichte Manuela erklärte sich bereit, den Jungen für eine Weile bei sich auf der Berghütte aufzunehmen. Tommy wollte es sich überlegen .                                                          &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Peter die Augen aufschlug, hatte der Zug schon beinahe Hamburg erreicht. Tommy kniete über ihm mit einem Messer in der Hand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was hast du vor? fragte Peter genau so ruhig wie damals auf dem Schiff, als der Junge den eisernen Stuhl geschwungen hatte.&lt;br /&gt;
Tommy öffnete das Fenster, warf das Messer hinaus und schaute ihm hinterher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie fuhren zuerst zu Oma, Antonia war bei der Arbeit. Tommy war angetrunken wie er es bei ihrer Abreise gewesen war. Es schien, als habe sich nichts verändert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antonia hatte in einem Motel in der Nachbarschaft für Peter ein Zimmer reserviert, der Junge schlief bei ihr. Noch bevor sie ihr Abendessen beendet hatten, stand Tommy auf und ging zu Soraya. Peter unterhielt sich eine Stunde lang mit Antonia, dann zog er sich in das Motel zurück. Am nächsten Morgen fuhr er an Bord der Monte Rosa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachmittag war trüb, als sie die Landungsbrücken passierten. &lt;br /&gt;
Alles in ihm war grau. Er kam sich verlassen vor, obwohl er es war, der fortging. &lt;br /&gt;
Sie hatten sich nicht einmal voneinander verabschiedet. Du hast getan was du konntest, sagte er sich, aber es tröstete ihn nicht.&lt;br /&gt;
Auf der Höhe von Las Palmas rief er bei Oma an. Tommy ist im Allgäu sagte die alte Dame, vor drei Tagen ist er gefahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/stories/2302775/&quot;&gt;Nachwort&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>neo-bazi</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/topics/Der+Prinz+mit+der+Zahnluecke&quot;&gt;Der Prinz mit der Zahnluecke&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 neo-bazi</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-06T22:20:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cdhd.twoday.net/stories/2302523/">
    <title>Der Prinz mit der Zahnlücke - Tommy 39</title>
    <link>http://cdhd.twoday.net/stories/2302523/</link>
    <description>Aus der Hauptstraße bog Peter in eine Nebenstraße und dann wieder in eine Seitengasse ab, die nur noch schwach beleuchtet war. Links war eine lange Reihe von Hütten und hölzernen Ständen aufgebaut, auf der gegenüberliegenden Seite standen größere Gebäude aus Stein. Es herrschte ein geschäftiger Betrieb, wenn auch nicht das emsige, fast hektische Treiben der großen Straßen.&lt;br /&gt;
Langsam schlenderte er die lange Gasse hinunter, die Menschen sahen ihn neugierig aber nicht unfreundlich an. Wieder wurde er mit Hey Joe begrüßt, und whats your name? lachten die Kinder, die ihn jedoch nicht bedrängten oder anbettelten. Vor einem zur Straße hin offenen Lokal saß an einem langen Tisch und auf den steinernen Stufen eine fröhliche Runde junger Leute, die ihn im Vorbeigehen anlachten und einluden: come here, sit down und why dont you join us? schallte es ihm entgegen.&lt;br /&gt;
Peter lächelte, hob grüßend die Hand und meinte thanks very much, maybe later. Das junge Volk winkte ihm hinterher. Hundert Meter weiter war die Sackgasse zu Ende. Er aß an einem der Stände einen Hühnerspieß und spazierte langsam zurück. Als er wieder bei der fröhlichen Runde angelangt war, stand einer der jungen Männer auf und sprach ihn an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
May I invite you to join our party sagte er freundlich, its my birthday today.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oh, you have birthday sagte Peter spontan, my congratulations. Very happy birthday to you. Er reichte ihm die Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sit down please , das Geburtstagskind strahlte, and have a bottle of beer with us.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter wurde herzlich begrüßt, als er Platz nahm. Er mußte alle Hände schütteln. Die Party bestand aus zwei Mädchen und sieben oder acht jungen Männern. Alle zusammen waren im Restaurant eines großen Kaufhauses beschäftigt. Der Jubilar war Koch, die männlichen Gäste Kellner und die beiden Mädchen Verkäuferinnen. Später kam noch der Küchenchef für eine halbe Stunde dazu. &lt;br /&gt;
Die Neugier der jungen Leute war echt, ihre Herzlichkeit ehrlich. Peter fühlte sich unter Freunden. Man stellte ihm sofort ein Bier hin und begann, ihn auszufragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
We thought you had lost your way. How come you walk around alone in this area? fragte der Koch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
No lachte Peter, I didnt loose my way. I just dont want to be in places where all the tourists are.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
There are not many tourists in our quarter grinste ein anderer, Thats why we were so surprised to see you here.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im not a tourist. Peter erzählte, wer er war und wo er herkam. Ein deutscher Seemann , nun war er erst recht in die Runde aufgenommen.&lt;br /&gt;
Er verbrachte mehrere Stunden in angenehmster Gesellschaft. Einer hatte seine Gitarre dabei, sie sangen Lieder in ihrer Sprache, eines der Mädchen hatte eine sehr schöne Stimme. Sie schmuste mit einem der jungen Kellner, die beiden waren ein hübsches Paar. Sie waren auch die ersten, die sich verabschiedeten. Beide umarmten Peter, als sie gingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was very nice to meet you meinte sie und good bye friend sagte er, the Lord may shower his grace upon you.&lt;br /&gt;
So geschwollen drückten sie sich manchmal aus und es war nicht einmal kitschig, denn sie meinten es ehrlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausgelassene Stimmung änderte sich schlagartig, als ein weiterer Gast hinzukam. Es war ein Filipino mit stark chinesischem Einschlag, etwa Mitte der Zwanzig. Auch er benahm sich sehr freundlich, doch Peter spürte sofort, daß irgend etwas nicht mehr stimmte. Als erstes verschwand das Mädchen, dann zog sich einer nach dem anderen von Peters neuen Freunden zurück. Der Koch neben ihm war schon ziemlich betrunken. I dont like this man sagte er lediglich einmal leise.&lt;br /&gt;
Der späte Gast setzte sich Peter gegenüber und begann eine Unterhaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Are you looking for a girl? wollte er wissen, doch Peter lehnte ab. Die Augen des Mannes gefielen ihm nicht, er meinte so etwas wie Verschlagenheit in seinem Blick zu erkennen. Der  Störenfried sprach mit einem der Übriggebliebenen in Tagalog, es klang wie ein Befehl. Der Junge folgte widerstrebend, eher aus Angst als aus Respekt und setzte sich neben Peter auf die Bank. Auf Peters anderer Seite saß noch immer der betrunkene Koch. &lt;br /&gt;
Peter fühlte sich unbehaglich. Es drängte ihn weg von diesem Ort. Der Junge, der als letzter auf der Steinstufe saß, wollte ihm mit seinen Augen etwas sagen, Peter verstand seine Warnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ill bring you to a place where youll find everything you want. Just wait till Im back sagte der Halbchinese.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
O.K. antwortete Peter und wartete, bis der Typ in der Dunkelheit verschwunden war. Dann stand er auf, klopfte dem Koch auf die Schulter und nickte dem Jungen auf der Stufe zu. Mit großen Schritten ging er die Gasse hinauf. Der Junge, der neben ihm gesessen hatte, wollte ihn zurückhalten. Peter schüttelte ihn ab, an der Ecke begann er zu rennen.&lt;br /&gt;
Das nächste Tricycle, das ihm entgegenkam, hielt er an. Marina Azul sagte Peter außer Atem, doch der Fahrer schüttelte den Kopf.&lt;br /&gt;
O.K. Electric Dreams please. Der Fahrer nickte. Es war der Name einer großen Disco in der St. Pedro Street, den Peter auf einer blauen Leuchtreklame gelesen hatte. Er schaute zurück, soweit er erkennen konnte, folgte ihnen niemand. Trotzdem stieg er vor der Disco sofort in eines der dort wartenden Taxis um.&lt;br /&gt;
Marina Azul sagte er zum Fahrer und fühlte sich ziemlich erleichtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Your son is already back sagte der Angestellte an der Rezeption, als Peter den Schlüssel verlangte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alone? fragte er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
No sagte der Rezeptionist und lächelte, he came together with a lady.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Well, ist the bar still open?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
No longer. But the coffee shop has a twentyfour hours service.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter beruhigte sich endgültig mit Kaffee und Cognac, dann legte er sich in einen Liegestuhl unter den Palmen und schlief ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/stories/2302693/&quot;&gt;Weiter&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>neo-bazi</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/topics/Der+Prinz+mit+der+Zahnluecke&quot;&gt;Der Prinz mit der Zahnluecke&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 neo-bazi</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-06T21:35:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cdhd.twoday.net/stories/2296485/">
    <title>Der Prinz mit der Zahnlücke - Tommy 38</title>
    <link>http://cdhd.twoday.net/stories/2296485/</link>
    <description>Ihr nächster Hafen auf der Insel Mindanao war nur eine Pier, die vom Palmenstrand ins tiefe Wasser hinaus gebaut worden war und über deren Kopfende das große Schiff mit Bug und Heck weit hinausragte. An Land standen nur ein paar Hütten, man konnte sich am Strand die Beine vertreten und in dem türkisfarbenen, kristallklaren Wasser schwimmen, nachdem die ärgste Mittagshitze etwas nachgelassen hatte. Die Sonne brannte mörderisch herab.&lt;br /&gt;
Zur Komplettierung der Ladung liefen sie Mati an, die Hauptstadt der Provinz Davao Oriental. Die Beladung hier sollte etwa eine Woche dauern. Die Stadt machte keinen besonders attraktiven Eindruck, Peter und Tommy brachen daher am anderen Morgen zu einer einhundertsiebzig Kilometer langen, abenteuerlichen Busreise nach Davao City auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der uralte Ami-Schnaufer quälte sich mit dampfendem Kühler die steilen Serpentinen der Ausläufer des Mount Mayo Massives hinauf, bald lag die Stadt am Ende der Pujada Bay als herrliches Panorama tief unter ihrem museumsreifen Vehikel. Die Paßstraße war sehr eng, vor jeder Kurve hupte der Fahrer als Warnsignal für den in rasanter Fahrt entgegenkommenden Talverkehr. Jedes Fahrzeug zog eine lange Staubfahne hinter sich her, da in ihrem Gefährt mit Ausnahme der Windschutzscheibe vor dem Fahrer keine einzige Scheibe mehr heil war, sahen sie bald aus wie Albinos in einer Mehlfabrik vor Schichtende. Zwischen den Zähnen knirschte der feine Sand, die Augen begannen sich zu röten. An den zahlreichen Haltestellen entstand sofort eine Backofenhitze, die aber weggeblasen wurde, wenn der Bus wieder anfuhr. An jedem Stop stürzten Dutzende von Händlern und Kindern auf sie zu und verkauften Snacks und Erfrischungen.&lt;br /&gt;
Sie waren die einzigen Europäer in der gerappelt vollen Kiste. Die Filipinos stiegen mit allen denkbaren Gepäckstücken beladen ein und aus. Neben ihnen schleppte einer einen Sack voll Reis mit sich, als Geschenk für seine Familie in Davao, wie er bereitwillig mitteilte. Weiter vorne saß ein anderer mit einem Kampfhahn auf dem Schoß, er stieg nach ein paar Haltestellen wieder aus und wurde abgelöst durch eine Oma, die ein ganzes Büschel an den Füßen zusammengebundener lebender Hühner mit sich führte. Zwei Sitzreihen hinter ihnen quietschte ein Ferkel. Mehrere Passagiere hatten ihre kleinen Kofferradios in Betrieb, zum Glück hörten sie den selben Sender. Ein zahnloser Alter stieg mit einer Matratze zu, von der Decke herab baumelten Netze mit Mangos und Ananas.&lt;br /&gt;
In rasender Fahrt ging es auf der anderen Seite des Bergrückens wieder kurvenreich zur Küstenstraße am Davao-Golf hinunter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein plötzlicher Regenschauer verwandelte die Straße in eine Schlammpiste. Anstelle der Fensterscheiben konnte man aus der doppelten Außenwand hölzerne Tafeln heraufziehen, die den Regen einigermaßen abhielten. Der Dreck der passierenden Fahrzeuge spritzte bis in Sitzhöhe herauf.&lt;br /&gt;
Gut gelaunt und von oben bis unten verdreckt erreichten sie Davao-City, einen Schmelztiegel der Rassen mit fast einer Million Einwohnern, flächenmäßig eine der größten Städte der Erde. Leicht gerädert stiegen sie auf dem Busbahnhof in ein Taxi um und fuhren ins Marina Azul Resert Hotel, einer erstklassigen Anlage an der Times Beach. Es war ein Wunder, daß der Abfluß der Dusche nicht verstopfte von all dem Dreck, der an ihnen herunter lief. Aus ihrem großen Zimmer mit Balkon sahen sie durch einen gepflegten Palmenpark den nahen Strand des Golfs von Davao. Jeden Morgen kletterten junge Filipinos wie die Eichkätzchen an den Palmen hinauf und schlugen die reiferen Kokosnüsse, um zu verhindern, daß sie den Gästen auf die Köpfe fielen.&lt;br /&gt;
Die deutschsprachige Hotelmanagerin riet ihnen vom Baden an der Beach ab, das Wasser sei durch Industrieeinleitungen nicht mehr ganz einwandfrei, sie empfahl die Benutzung des großen Pools. Die weit auseinandergezogene Hotelanlage verfügte über Cocktail- und Milchbars unter den Palmen und ein hervorragendes Restaurant mit einer märchenhaft illuminierten Terrasse. 

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;270&quot; alt=&quot;marina-azul&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/marina-azul.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

Die brütende Hitze hielt sie tagsüber in der exklusiven Hotelanlage unter den Palmen am Strand. Nach einem gepflegten Dinner auf der Terrasse stürzten sie sich gemeinsam in das Nachtleben der Inselmetropole, die alle Bedürfnisse befriedigte, jedem Geschmack das seine bot. Auf ihrem Bar- und Kneipenbummel landeten sie bereits am ersten Abend in einem kleinen Karaoke-Lokal, in dem sie sich sofort wohl fühlten. Die Gesangsanlage wurde nur wenig in Betrieb genommen und nervte nicht, die seltenen Darbietungen der Gäste, die sich hier produzierten, waren teilweise beachtlich.&lt;br /&gt;
Der Geschäftsführer des Ladens kümmerte sich hilfsbereit um Tommy und Peter, von ihm erhielten sie wertvolle Tips nicht nur über das Nachtleben der Millionenstadt. Die Damentruppe ihres Stammlokals prostituierte sich nicht, die Mädchen wollten einfach nur Spaß haben. Ihren sexuellen Druck hatten Tommy und Peter in Tacloban ablassen können, folglich zogen sie auch nicht mehr zwanghaft von Bar zu Bar auf verkrampfter Suche nach Erfüllung dieses Dranges, wie sie es in den ersten Tagen auf dem Archipel getan hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zusammensein mit den freundlichen Menschen in einer Atmosphäre ehrlicher Sympathie gab ihrem Leben in dieser Zeit eine unbeschwerte Leichtigkeit zurück, die sie beide lange vermißt hatten. Mit dem Geschäftsführer der Bar streiften sie durch die nähere Umgebung dieses urbanen Teils der City, er zeigte ihnen, wo etwas los war und auch das Viertel, das sie unbedingt meiden sollten.&lt;br /&gt;
In einer schummrigen Tanzbar machte sich bei Tommy dann doch ein zunehmend starkes Interesse an den dort auftretenden Künstlerinnen bemerkbar. Auch dem Geschäftsführer blieb die wachsende Unruhe des Jungen nicht verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
If you wish to meet a girl for tonight, I can show you the place with the most beautiful ladies here in Davao schlug er vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist die letzte Chance sagte Peter, wir werden ziemlich lange auf See sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du hast mich überredet  stimmte Tommy sofort zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter stand an diesem Abend nicht unbedingt der Sinn danach, er zog es vor, auf eigene Faust die Gegend zu erkunden. Sie trennten sich, in der Karaoke-Bar oder im Hotel wollte man sich wieder treffen.&lt;br /&gt;
Peter schlenderte den Weg zurück, auf dem sie gekommen waren. Irgendwie zog es ihn fast magisch in das Viertel hinein, das er nach dem Ratschlag des Geschäftsführers hätte meiden sollen. &lt;br /&gt;
Er kannte die Slums der ganzen Welt, noch nie war ihm bei seinen Ausflügen, die er alleine unternahm, etwas zugestoßen. Es kam seiner Meinung nach darauf an, wie man auftrat, welches Wesen man zur Schau stellte. Es war klar, daß sich die Bewohner dieser Gegenden von Touristen belästigt fühlten, die großkarierte Hosen trugen und einen Fotoapparat um den Hals oder eine Videokamera in der Hand hatten.&lt;br /&gt;
Wenn man in T-Shirt, Jeans und in Turnschuhen ohne Socken den Leuten freundlich gegenüber trat, wurde man in dieser Umgebung oft sogar herzlich aufgenommen. Selbstverständlich durfte man nicht in Bars oder Kneipen als Schein-Werfer auftreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/stories/2302523/&quot;&gt;Weiter&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>neo-bazi</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/topics/Der+Prinz+mit+der+Zahnluecke&quot;&gt;Der Prinz mit der Zahnluecke&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 neo-bazi</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-05T22:00:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cdhd.twoday.net/stories/2289966/">
    <title>Der Prinz mit der Zahnlücke - Tommy 37</title>
    <link>http://cdhd.twoday.net/stories/2289966/</link>
    <description>Am Morgen des Heiligen Abend nahm der Kapitän Peter beiseite. Wir haben für heute abend eine kleine Weihnachtsfeier vorbereitet teilte er ihm mit. Selbstverständlich seid ihr beide dazu auch eingeladen. Es gibt nur ein Problem mit Tommys Freundin, ich möchte nicht, daß sie dabei ist. Sie ist eine Prostituierte. Einige der Filipinos bekommen Besuch ihrer Frauen und Kinder, außerdem kennst du ja Momoko. Wenn die offizielle Feier vorbei ist, kann Butch natürlich kommen, die Party dauert ja länger. Mit der Freundin des Zweiten Offiziers machen wir es genau so.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kein Problem versicherte Peter. Aber sei nicht sauer, wenn wir bei der offiziellen Feier nicht dabei sind. Ich glaube nicht, daß Tommy das alleine möchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber du kommst doch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich mache mir nichts aus Weihnachten. Ich werde wohl spazieren gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie du willst , Rainer war ein bißchen eingeschnappt, doch Peter konnte nicht über seinen Schatten springen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drei Tage vor Auslaufen wollte Peter mit seinem Sohn telefonieren. Ich komme mit sagte Tommy sofort, denn er wußte, worum es ging. Cornelia, seine Schwiegertochter, sollte nach der Prognose der Ärzte eigentlich schon niedergekommen sein.&lt;br /&gt;
Peter hatte noch nicht den Mut, mit seinem älteren Sohn direkt zu sprechen, er rief Hardy in München an. Innerlich war er schon auf alles gefaßt, die Telegramme für die Kameraden an Bord, die er in mehr als dreißig Jahren aufgenommen hatte, waren nicht immer gute Nachrichten gewesen. Diesmal betraf es ihn selbst.&lt;br /&gt;
Hardy war in seiner Firma sofort am Apparat. Er wollte wissen, wo sie sich befanden und wie es um Tommy bestellt war. Zur Sache kam er von sich aus nicht, Peter mußte die entscheidende Frage stellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hat Cornelia schon entbunden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja weißt du das denn nicht? Die wollten dir doch ein Telegramm schicken fragte sein Sohn verwundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ist nichts angekommen. Sag schon, was ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du bist wieder einmal Opa geworden. Es ist ein Junge, er heißt Christian. Alles wohlauf, ein ziemlicher Brocken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist mit der Niere?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, eine Niere funktioniert nicht, wie die Ärzte vorausgesagt haben. Sie wollen operieren, wenn er ein Jahr alt ist. Die andere arbeitet normal, er kann so gut leben. Irgendwas ist mit einem Auge, aber das weiß man noch nicht so genau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Peters Herzen löste sich eine tonnenschwere Last, ein erlösender Sturzbach rauschte in ihm hinunter.  Ich melde mich wieder, grüß alle, mehr brachte er nicht heraus. Er legte den Hörer auf die Gabel und suchte Tommy, der im Vorraum auf ihn wartete. Er konnte nicht sprechen aber der Junge sah, daß es gut war. Zum ersten Mal seit langer Zeit nahmen sie sich wieder in die Arme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein Junge, er heißt Christian bekam er dann doch über die Lippen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wußten wir doch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ärzte haben sich geirrt, eine Niere ist in Ordnung. Er kann ein normales Leben führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mit deinem Buddha gesprochen bevor wir losgezogen sind gestand Tommy.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich auch sagte Peter, ich auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann trennten sie sich wieder, Tommy war mit Butch verabredet. Peter ging an Bord zurück, abends entlud sich die aufgestaute Spannung an Bimbos Property. Kurz nach Tagesanbruch brachten ihn zwei Polizisten in ihrem offenen Jeep zur Gangway, sie hatten ihn auf einer Parkwiese gleich neben der Hauptstraße schlafend aufgelesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beladung des Schiffes mit Copra hatte sich verzögert, weil ein Teil der Pallets feucht angeliefert worden war. Der Kapitän ließ diese Partie wieder löschen, denn es bestand die Gefahr, daß sie sich unterwegs entzündete.&lt;br /&gt;
Mitte Januar des Jahres II nach der großdeutschen und ihrer bayerisch/hanseatischen Vereinigung waren Tommy und Peter wieder auf See, unterwegs zu neuen Küsten. Beide waren ein wenig traurig, Tacloban City und seine Bewohner waren ihnen doch sehr ans Herz gewachsen. Butch war bis zur letzten Minute an Bord geblieben. Eine halbe Stunde vor Auslaufen war Bimbo aufgetaucht und hatte Peter zum Abschied eine Cassette mit einem Song in Tagalog geschenkt, der um die Welt gegangen war. Anak  Sohn  hieß das Lied, in dem der philippinische Sänger Freddy Aguilar vom Kummer eines Vaters mit seinem Sohn erzählte und damit sein eigenes Leben beschrieb.

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;315&quot; alt=&quot;chriszoo&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/chriszoo.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

&lt;a href=&quot;http://neobazi.net/archives/3909/anak/&quot;&gt;Anak&lt;/a&gt; (mp3  - 2,8 MB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/stories/2296485/&quot;&gt;Weiter&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>neo-bazi</dc:creator>
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  <item rdf:about="http://cdhd.twoday.net/stories/2284596/">
    <title>Der Prinz mit der Zahnlücke - Tommy 36</title>
    <link>http://cdhd.twoday.net/stories/2284596/</link>
    <description>Tommy und Butch hingen ständig zusammen und unternahmen vieles gemeinsam. Der Junge schraubte seinen Alkoholkonsum auf ein normales Maß zurück. Das aus Cebu City stammende Mädchen wirkte sehr jugendlich, war aber bereits Mutter eines Babys, das bei ihrer Familie auf der Nachbarinsel aufwuchs. Sie verdiente ihren Lebensunterhalt in einer Bar unweit von Bimbos Property. Während sie mit Tommy zusammenlebte, unterbrach sie diese Tätigkeit.&lt;br /&gt;
Peter konnte völlig unbesorgt seine eigenen Wege gehen. An den Vormittagen unterrichtete er an Bord seinen philippinischen Kollegen, nach den Mahlzeiten am Kapitänstisch war der Mittagsschlaf heilige Pflicht; sobald sich die Säufersonne am Himmel blicken ließ und an Land die Laternen angingen, überließ er sich zwanglos dem quirligen Nachtleben der 130 000 Einwohner zählenden Hafenstadt. Unregelmäßige Visiten bei seiner lustigen Gespielin in der Hafenbar gehörten ebenso zu seinem Programm wie die täglichen Besuche von Bimbos Property.&lt;br /&gt;
Eines Abends tauchten dort auch die beiden Lolitas auf, mit denen sie ihre erste unbefriedigte Nacht an Bord verbracht hatten. Peter lud sie zu einer Cola ein und schenkte ihnen ein paar Scheinchen. Tommys damalige Freundin wußte bereits, daß er seine Zeit mit Butch verbrachte, in dieser Stadt blieb nichts verborgen. Sie war ein wenig traurig, akzeptierte es aber ohne lästiges Getue. Nachdem die Mädchen gegangen waren, meinte Bimbo:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Those girls work in a very dangerous place. Auf Peters fragenden Blick hin berichtete er, daß in der Bar, in der sie die Mädchen kennengelernt hatten, regelmäßig viele Soldaten verkehrten. Die Tänzerinnen des Lokals seien alle sehr jung. Zwei Wochen bevor ihr Dampfer angekommen war, habe es in dem Laden wieder einmal Ärger unter den Besuchern gegeben. Einer der Soldaten hätte daraufhin zwei Handgranaten durch das Fenster geworfen und ein fürchterliches Blutbad angerichtet. Peter mied in der Folgezeit diesen Ort. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bald wurde er von Bimbo in dessen Haus an der San Pedro Bay eingeladen. Die Familie war überrascht, als er dieser Einladung ganz alleine folgte, anscheinend war es bei den Filipinos üblich, daß man immer und überall hin ein paar Freunde mitbrachte, auch wenn es sich dabei um wildfremde Menschen handelte. Gleichwohl wurde es ein vergnügter Nachmittag im Kreise dieser sympathischen Familie und ihrer Nachbarn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem Sonntag überredete Bimbo seinen neuen Freund, ihn zum Hahnenkampf zu begleiten. Eigentlich mochte Peter derartige Veranstaltungen nicht, wenn er auch zugeben mußte, daß er als Besucher der Corrida in Valencia beim ersten Stierkampf seines Lebens von der Begeisterung der Massen mitgerissen worden war.&lt;br /&gt;
Zu Federvieh hatte er eine relativ unpersönliche Beziehung, allzu schlimm konnte es also nicht werden. Er wußte, daß bei diesem blutrünstigen Schauspiel, das Bestandteil der philippinischen Kultur war und alle Klassenschranken seines fanatischen Publikums durchbrach, gewettet wurde. Er steckte 3000 Peso ein, mit dem Jeepney fuhren sie nachmittags zur Galleria, die etwas außerhalb der Stadt lag. Neben ihnen saß ein junger Filipino mit einem Prachtexemplar von Hahn unter dem Arm. Völlig zahm saß das schwarzrot gefiederte Tier halb auf seinem Schoß. Als sein Besitzer ihm leicht in die Nackenfedern blies, begann es wie auf Kommando zu krähen.&lt;br /&gt;
Sie kamen zu einer überdachten Arena, Bimbo führte ihn zu einer der Holzbänke auf halber Höhe. Die Kämpfe waren bereits im Gange, einige Hundert Zuschauer verteilten sich auf die Ränge. Peter konnte im Publikum nur eine einzige Frau erkennen, die allerdings sehr hohe Wetteinsätze signalisierte. Zwei Finger nach oben bedeuteten 20 Peso, zur Seite hin wurden die Hunderter- und nach unten die Tausender-Einsätze angezeigt. Keiner der Buchmacher notierte sich die gesetzten Beträge, trotzdem kam es nie zu Unstimmigkeiten.&lt;br /&gt;
Peter setzte jeweils 200 Peso auf den Gegner von Bimbos Favoriten, Soweit er es mitbekam, lagen dessen Einsätze teilweise erheblich höher. Nur einmal setzten beide auf denselben Vogel  es war der schwarzrote aus dem Jeepney  und gewannen.&lt;br /&gt;
Now he will take a taxi on his way back vermutete Bimbo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kämpfe dauerten unterschiedlich lange, der kürzeste war nach wenigen Sekunden, der längste nach 6 bis 8 Minuten blutig beendet.&lt;br /&gt;
Hingehockt hielten die Besitzer ihre Hähne an den Schwanzfedern fest, auf ein Kommando brachten sie die Vögel soweit zueinander, daß diese flüchtig aufeinander einhacken konnten. Schnäbeln nannte sich dieser Vorgang. Danach zog man sich auf die Startpositionen zurück, auf das Kommando Pit ließen sie ihre Tiere los, die sofort pfeilschnell aufeinander zuschossen. Dann flatterten sie voreinander in die Höhe, manche eineinhalb Meter hoch, und hackten mit ihren Sporen Finten schlagend aufeinander ein. Dabei verdrehten sie ihre Hälse schlangengleich, während sie sich belauerten und beim Gegner eine Blöße suchten. Alles ging blitzschnell, bei den ersten Kämpfen konnte Peter gar nicht erkennen, wie die tödlichen Stahlsporen ihr Ziel trafen. Das Anlegen der Sporen war eine besondere Kunst, wie Bimbo ihm erklärte. Saßen sie zu locker, lösten sie sich während des Kampfes. Waren sie zu fest angebracht, wurde das Bein des Hahnes steif. In beiden Fällen hatte er schlechtere Chancen oder war sogar verloren.&lt;br /&gt;
Nach einem Dutzend Kämpfen besaß Peter 4000 Peso, Bimbo war pleite. Please do not tell my wife what we did today beschwor er Peter.&lt;br /&gt;
Of course not versprach dieser und übergab ihm die gesamte Barschaft bis auf den Betrag für die Rückfahrt. Nach zwei weiteren Kämpfen waren beide pleite. Unterwegs zum Taxistand sahen sie den jungen Filipino mit seinem schwarzroten Sieger denselben Weg gehen. Es war schwer auszumachen, welcher der beiden Gockel den größeren Stolz nach Hause trug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
May I invite you to my property? fragte Bimbo und gab an seinem Stand ein paar Biere aus. Seine Frau sah ihn zwar forschend an, sagte aber nichts.&lt;br /&gt;
She will not ask you any questions hatte Bimbo zuvor angekündigt, because I made a promise to her. Trotz des für seine Verhältnisse hohen Verlustes war Bimbo mit dem Tag zufrieden, er weinte dem Geld nicht hinterher. Überall waren sie respektvoll gegrüßt worden, nicht wenige hatten seinen Rat gesucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Merkwürdigerweise verkehrten die anderen Besatzungsmitglieder kaum an Bimbos Property. Als Tommy und Peter eines späten Abends dort wieder einmal dem Heiligen Michael zusprachen, saß am Nachbarstand eine recht attraktive Filipina Ende der Zwanzig und blickte unverwandt zu ihnen herüber. Sie waren die neugierige Art der Inselbewohner inzwischen gewohnt und störten sich nicht daran. Nach einer Weile unterhielt sich die Dame mit Bimbo, der Peter anschließend eröffnete, daß die Dame sich gerne zu ihnen setzen würde.&lt;br /&gt;
Natürlich waren sie einverstanden, sure sagte Peter, with pleasure.&lt;br /&gt;
My name is Beth stellte sie sich vor und orderte eine Runde für alle Anwesenden. Sie war die Gemahlin des Standortkommandeurs der Garnison Tacloban City. Ihr Mann, ein älterer Offizier, kam nach Bimbos Worten hinten nicht mehr so recht hoch. Er tolerierte, daß seine Frau deshalb von Zeit zu Zeit anderswo suchte und fand, was sie bei ihm vermißte. Peter vermutete, daß sie es auf Tommy abgesehen hatte und fragte spaßeshalber:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
How much are you going to pay for him?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oh no mißverstand sie ihn, I do not take any money. Besides that I am not interested in your son.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie waren beide überrascht, Peters Selbstbewußtsein machte einen gewaltigen Satz nach oben. Rein äußerlich entsprach sie nicht seiner Idealvorstellung, doch sie war eine moderne Frau von Format, gewissermaßen Bimbos weibliches Gegenstück in der matriarchalischen philippinischen Gesellschaft. Wie er war sie überall bekannt, wie er wurde sie von allen respektiert. Zwei private Tricycles mit Fahrer standen ständig zu ihrer Verfügung, man munkelte, daß ihre Hände in mancherlei Geschäften steckten, auch in solchen etwas außerhalb der Legalität.

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;297&quot; alt=&quot;beth&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/beth.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

Im Laufe des Abends stieß auch Butch zu ihnen, die Frauen waren sogar weitläufig miteinander verwandt. Sie unterhielten sich prächtig an Bimbos Property, beim anschließenden Bummel durch Bars und Kneipen ging Beth wie selbstverständlich auf die Bühne und sang mit schöner Stimme englische und einheimische Lieder für ein begeistertes Publikum.&lt;br /&gt;
Man einigte sich darauf, den Abend zu viert im McArthur Park Hotel zu beenden. Sie bekamen dasselbe Zimmer, das sie während der Operation Red Beach bewohnten. Nach einer Dusch-Orgie sanken sie auf das Lager, Peter ging sofort zum Angriff über. Kurz vor dem Ziel wurde die Invasion seiner Finger jäh gestoppt. Beth rollte ihn herunter und fragte: What do you think would Antonia say if she could see us here?&lt;br /&gt;
Es ist also doch Tommy, dachte Peter. Neidlos gab er sich geschlagen, sprang in seine Wäsche und trat den Rückzug an.&lt;br /&gt;
I shall come back sagte er wie seinerzeit der amerikanische General, als die Japanern ihn von den Inseln vertrieben.&lt;br /&gt;
Es war eine wunderschöne blaue Tropennacht. Auf einer unter den Palmen aufgestellten Liege begab er sich in Morpheus Arme und hoffte, daß ihn nicht auch noch eine herabfallende Kokosnuß unsanft im Schlaf beglücken würde. 

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;290&quot; alt=&quot;redbeach&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/redbeach.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

Kurz vor Tagesanbruch weckten ihn dann doch seine Gefährten. Beth lud sie in ein benachbartes Fischerdorf zum Frühstück ein. Leider hatte sie einen ihrer Fahrer bei Ankunft im Hotel bereits nach Hause entlassen, Peter blieb nichts anderes übrig, als quer in dem Korb Platz zu nehmen, der am Fond des Tricycles normalerweise zur Aufnahme des Gepäcks vorgesehen war. Arme und Beine baumelten während der holprigen Fahrt herunter, die Bewohner der Dörfer, durch die das überladene Gefährt mühsam tuckerte, winkten der lustigen Fuhre fröhlich zu.&lt;br /&gt;
Das Paradies, in das sie schließlich einzogen, nannte sich Bay Bay wie die gleichnamige Hafenstadt auf der anderen Seite der Insel. Die Morgensonne stand noch tief, das dörfliche Leben war gerade erst erwacht. Sie hielten vor einer großen, mit Palmenblättern gedeckten und an den Seiten offenen Hütte, aus der verlockende Düfte drangen.&lt;br /&gt;
Tommy und Butch gingen zum Strand hinunter und erfrischten sich im Meer, ohne die Kleidung abzulegen. Beth führte Peter in das Restaurant, in dem trotz der frühen Stunde schon alle Tische mit einheimischen Gästen besetzt waren. Auch hier kannte man sie gut,  die Besitzerin des Lokals war ihre Tante. Mit großer Selbstverständlichkeit ging sie direkt in die Küche am Ende der Hütte und stellte aus einem Dutzend dampfender Töpfe ein ungewöhnliches Frühstück aus Fischsuppe, Meeresfrüchten verschiedenster Art, gekochtem wie gebratenem Fisch und tropischen Früchten zusammen.&lt;br /&gt;
Die Gäste rückten zusammen. Während sie auf die Speisen warteten, sahen sie zum Strand hinunter. Im Gegenlicht des silbernen Meeres standen die Silhouetten von Tommy und Butch mit nassen Haaren einander zugewandt. Wie der Scherenschnitt einer Sekunde des Glücks grub sich dieses Bild für alle Zeiten tief in Peter hinein. Beth mußte es gespürt haben. Als sie ihn fragte, erzählte er ihr alles. Ihre Züge wurden ernst und sehr nachdenklich.

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;391&quot; alt=&quot;bethopa&quot; width=&quot;300&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/bethopa.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;


&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/stories/2289966/&quot;&gt;Weiter&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>neo-bazi</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/topics/Der+Prinz+mit+der+Zahnluecke&quot;&gt;Der Prinz mit der Zahnluecke&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 neo-bazi</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-04T00:03:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cdhd.twoday.net/stories/2281260/">
    <title>Der Prinz mit der Zahnlücke - Tommy 35</title>
    <link>http://cdhd.twoday.net/stories/2281260/</link>
    <description>An diesem Abend machten sie noch eine weitere wichtige Bekanntschaft. Während sie gemütlich ihr San Miguel die Kehlen hinunter rinnen ließen und fast nie pinkeln mußten, weil man das Bier rasch wieder herausschwitzte, hörten sie hinter sich eine rauchige weibliche Stimme: Hey Joe. Sie saßen mit dem Rücken zur Straße und drehten sich um.&lt;br /&gt;
Hinter ihnen gingen zwei Mädchen vorbei, die sie freundlich anlachten. Eine der beiden war ausgesprochen hübsch, doch weder zu ihr noch zu ihrer Freundin paßte diese dunkle, heisere Stimme. Als sie an der Straßenecke stehenblieben und noch immer zu ihnen herüberblickten, stand Tommy auf und machte einen Anlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war Butch verkündete er, als er wieder Platz nahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die mit der Reibeisenstimme? fragte Peter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, die sagte Tommy, sie arbeitet in einer Bar ein Stück weiter unten. Vielleicht gehe ich nachher noch hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gute Idee meinte Peter, ich werde heute sowieso nicht alt hier. Die Operation Red Beach steckte ihm noch in den Knochen. So kam es dann auch. Er verdrückte an einem Grillstand einen Hühnerspieß, noch vor Mitternacht lag er an Bord in seiner Koje.&lt;br /&gt;
Zum Frühstück war Tommy nicht zurück. Als Peter sich später mit dem Ersten Offizier unterhielt, hörte er, daß Tommy mit dem DJ aus der Stamm-Disco der &quot;Anja Leonhardt nach Hause gefahren war. Der DJ war ein netter Kerl und die Haus-Schwuchtel des Ladens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter grinste hämisch, als der Junge in der Mittagszeit an Bord kam. Na, wie wars bei Butch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hör bloß auf sagte Tommy, ich war wo anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß Peter grinste noch immer, der Chiefmate hats mir erzählt. Hat dich der Typ angemacht?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiß der Erste das auch schon, Scheiße. Er hat es versucht. Ich mußte mit einem Handtuch als Wickelrock pennen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lava Lava nennt man das in der Südsee. Das Mädchen hast du gar nicht mehr gesehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da geh ich heute hin nahm sich Tommy vor, doch es kam anders. Schon am Nachmittag tauchte die die Schwuchtel an Bord auf und wollte Tommy besuchen. Das war dem Jungen dann doch recht peinlich. Er sagte dem Lady Boy, daß sein Daddy ein komischer Typ sei und das nicht wolle. Peter hatte fortan in Tacloban einen Freund weniger und Tommy ging abends mit dem Deckfitter an Land, wo sie einen flotten Vierer veranstalteten. Wahrscheinlich wollte er seinen Kameraden etwas beweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter wunderte sich, daß an diesem Abend an Bimbos Property so wenig los war. Als er sich auf seinen Stammplatz setzte, saßen ihm gegenüber nur drei Gäste. Der Typ in der Mitte war ihm sofort unsympathisch, die beiden an seiner Seite sahen aus wie Brüder und waren ungewöhnlich dick für Filipinos, fast schon kleine Sumo Ringer. Der Unsympath war nicht mehr nüchtern und machte Peter auch bald an. Er pöbelte über den vermeintlichen Ami-Touristen, der mit seinem Geld um sich warf und philippinische Mädchen schwängerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im not a tourist sagte Peter, and Im not american. I am a german sailor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pöbelfritze tat, als ob er es nicht hörte. Better you leave this place before I get angry wurde er deutlich.&lt;br /&gt;
Bimbo war an diesem Tag alleine und sowieso sauer, weil der betrunkene Typ die anderen Gäste verscheuchte. Plötzlich stellte er sich vor den Kerl hin, packte ihn mit beiden Händen und hob ihn zwischen den dicken Brüdern heraus in die Luft. Ihre Gesichter waren nur wenige Zentimeter voneinander entfernt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
This is my friend sagte er ruhig, aber laut und sehr bestimmt. You dont talk to him in this way. Im not afraid of you. I know, your guards have a gun. But I have also a gun. I have a bigger gun than they have. Dann ließ er ihn los, krachend fiel der Typ auf die Bank zurück. Bimbo fixierte die beiden Dicken, zu Peters Überraschung geschah nichts. Trotzdem war er froh, als hinter ihm ein Jeep hielt. Die beiden Polizisten vom ersten Abend waren heute im Dienst und trugen Uniform. Sie begrüßten Peter wie einen alten Bekannten und tranken eine Cola auf seine Rechnung. Man feixte ein wenig herum, dann machte sich Peter auf den Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
You are welcome to my property at any time you want sagte Bimbo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter spazierte durch die Stadt, hielt sich hier und da an einem der vielen Stände auf, in einer kleinen Bar am Hafen wurde er schließlich fündig. Nach einer halben Stunde mit einer lustigen Gespielin auf einem Zimmer ein Stockwerk darüber beendete er den Abend zufrieden in der Cantina innerhalb des Hafengeländes mit den Arbeitern, die ihr Schiff beluden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei seinem Morgengespräch mit dem Ersten Offizier vermutete dieser, daß es sich bei dem Typen mit den Bodyguards um einen Angehörigen der Secret Police gehandelt haben könnte. Bimbo bestätigte das später. Der Chiefmate erzählte Peter auch, warum Bimbo in Tacloban so bekannt war und weshalb ihn jeder respektierte.&lt;br /&gt;
Peters neuer Freund hatte bis vor ein paar Jahren die Hahnenkämpfe in der Galleria Taclobans geleitet. Eines Tages hatte er, da er selber wettete, sehr viel Geld verloren. Nun war sein Bruder der Manager der Galleria.&lt;br /&gt;
Vor ein paar Monaten hatten zwei auswärtige Filipinos seine Frau und seine Tochter an ihrem Stand massiv belästigt. Als Bimbo davon hörte, holte er seine Pistole und erschoß die beiden in einer benachbarten Bar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Why is he not in jail? wollte Peter wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
No witness, no proof zuckte der Chiefmate nur mit den Schultern, but everybody knows it.&lt;br /&gt;
Nun verstand Peter, warum Bimbo in der ganzen Stadt ein solches Ansehen genoß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Nacht brachte Tommy Butch mit an Bord. Nach einer kurzen Party bei Peter zogen sie sich in die Lotsenkammer zurück, wo das Mädchen wohnen blieb, bis das Schiff Wochen später den Hafen verließ.

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;311&quot; alt=&quot;butch&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/butch.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

Für Peter begann eine unbeschwerte Zeit, der Junge war bei Butch in besten Händen. Wenn sie mit ihrer heiseren Stimme Daddy zu ihm sagte, schmolz Peter dahin. Er hatte sich immer schon eine Tochter gewünscht.

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;395&quot; alt=&quot;tacloban-family&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/tacloban-family.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;


&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/stories/2284596/&quot;&gt;Weiter&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>neo-bazi</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/topics/Der+Prinz+mit+der+Zahnluecke&quot;&gt;Der Prinz mit der Zahnluecke&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 neo-bazi</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-03T13:16:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cdhd.twoday.net/stories/2277823/">
    <title>Der Prinz mit der Zahnlücke - Tommy 34</title>
    <link>http://cdhd.twoday.net/stories/2277823/</link>
    <description>Er war noch nicht eingeschlafen, als Tommy vor seiner Koje stand. Er wirkte fast wieder nüchtern und war völlig verzweifelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann mit ihr nichts machen, sie ist ein Kind sagte er hilflos. Dann fiel es ihm auf: Wo ist deine?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe sie nach Hause geschickt, sie ist viel zu jung meinte Peter. In der Bar sah das ganz anders aus, wieso haben wir das nicht gemerkt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht nicht sagte Tommy, du mußt ihre Ärmchen sehen. Sie hat überhaupt keine Brust. Er schüttelte den Kopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gib ihr Kohle und schick sie heim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hab ich versucht, sie will nicht. Sie hat mich tierisch aufgegeilt, ich habe schon ganz dicke Eier. Es zieht bis in den Bauch herauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Komm her sagte Peter, ich entspann dich.&lt;br /&gt;
Tommy schloß die Augen. Es war eine rein medizinische Maßnahme von zwei Minuten Dauer. Dann zog er ein Bier aus der Kiste und ging zurück auf seine Kammer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am nächsten Mittag brachten sie das Mädchen zusammen von Bord. Sie schämten sich ein wenig, obwohl es keinen Grund dafür gab und benutzten einen Nebenausgang aus dem Hafengelände. SUDU 12933 stand auf ihrem T-Shirt, das sie Peter abgeschnackt hatte. Es war seine Personalnummer bei der Hamburg Süd, aber es bestand nicht die Gefahr von Mißverständnissen, kein Süd-Dampfer verirrte sich in diese Gegend.&lt;br /&gt;
Nach einem gemeinsamen Mittagessen trennten sie sich von dem Mädchen. Tommy brauchte Jeans und T-Shirts, Textilien waren billig, nur mit der passenden Größe haperte es zumeist. Schließlich fanden sie in einem Kaufhaus eine kleine Auswahl., billige Schneider wie in Thailand oder Malaysia gab es leider hier nicht.&lt;br /&gt;
Überall wurden sie neugierig bestaunt und angesprochen. Hey Joe sagten die Jungs und Whats your name? riefen ihnen die Schulmädchen zu. Wenn sie dann tatsächlich ihre Namen nannten, hörte das Gekicher gar nicht mehr auf. Tagsüber herrschte in den Straßen eine brütende Hitze, nachdem sie ihre Besorgungen erledigt hatten, kehrten sie deshalb zur Siesta auf ihren airconditionierten Dampfer zurück. &lt;br /&gt;
Ein philippinischer Funker war eingetroffen, Peter sollte ihn auf die Prüfung zum deutschen Funkpatent vorbereiten. Ein paar Tage später kam ein weiterer Filipino-Funker an Bord, der Peter in Italien ablösen sollte. Sie einigten sich darauf, daß Peter vormittags den erfahrenen Kollegen trainierte, dieser wiederum sollte nachmittags seinen noch unbefahrenen Landsmann einweisen. Peter hatte so jeden Nachmittag frei, Tommy brauchte im Hafen nicht zu arbeiten, er erhielt auch keine Heuer. Peter wurde nach Filipino-Tarif bezahlt, die 1100 Dollar pro Monat reichten nicht ganz für ihren derzeitigen Lebensstil. Wo immer es möglich war, erfüllte deshalb die Visa Karte ihren Zweck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter unterhielt sich an Bord mit dem Chiefmate über ihre ersten Erlebnisse an Land, zu seiner Verwunderung wußte dieser schon alles. Es gab ein rätselhaftes Kommunikationssystem auf diesem Schiff, das sehr zuverlässig arbeitete. Was auch immer ihnen oder den übrigen Besatzungsmitgliedern an Land passierte, der Erste Offizier wußte es am anderen Morgen. Nun empfahl er Peter eine Fahrt zur Red Beach, dem Strandabschnitt, an dem General McArthur im Oktober 1944 mit seinen Invasionstruppen von Australien aus gelandet war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Chief lieh Peter seine Videokamera, die leider in entscheidenden Augenblicken nie funktionierte, mit dem Taxi fuhren sie noch bei Tageslicht an die Beach. Nach 12 Kilometern kamen sie ans Meer. Das McArthur Park Hotel war eine moderne Anlage unter Palmen, direkt am Strand. Lediglich ein halbes Dutzend jüngerer Skandinavier hielten sich mit ihren philippinischen Begleiterinnen dort auf, auch abends kamen nicht mehr Gäste. Es gefiel ihnen so gut, daß sie beschlossen, hier zu übernachten.&lt;br /&gt;
Nach einem üppigen Dinner auf der Hotelterrasse ließen sie ihr einziges Gepäckstück, die Videokamera und ihre Kleidung bis auf die Jeans im Zimmer und gingen mit einer Flasche Cognac bewaffnet die paar Meter zum Strand hinunter. Der Himmel war bedeckt, unter den Palmen herrschte völlige Dunkelheit. Wenn man hinausschwamm, verschwand der helle Fleck des Kopfes schon nach der ersten Welle. Weiter reichte der schwache Widerschein der Beleuchtung auf der Hotelterrasse nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe noch nie in einem so warmen Meer gebadet sagte Tommy, als er das erste mal wieder herauskam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie gingen abwechselnd ins Wasser, rauchten in den Pausen dazwischen und sprachen fleißig dem Cognac zu. Da weit und breit kein Mensch zu sehen oder zu hören war, lagen sie nackt im Sand am Fuß einer Palme, deren Krone an einem schrägen Stamm bis an das Wasser hinaus reichte.&lt;br /&gt;
Einmal blieb Tommy so lange draußen, daß Peter unruhig wurde. Er wußte gar nicht, ob es in diesen Gewässern Haie oder Barracudas gab. Nach sehr langer Zeit kam der Junge dann den Strand entlang zurückspaziert.&lt;br /&gt;
Bald schon brauchten sie eine neue Flasche. Peter streifte sich den Sand vom Hintern, schlüpfte in die Jeans und besorgte Nachschub.&lt;br /&gt;
Dann erzählte er Tommy, was er über den historischen Grund wußte, auf dem sie lagen. Von den steinzeitlichen Höhlenbewohnern, die aus den Dschungeln Malaysias und Borneos herüber kamen, um hierzu siedeln, über Magellan und die mehr als dreihundert Jahre währende spanische Kolonisation bis zu den blutigen Schlachten, die im zweiten Weltkrieg in diesem Paradies zwischen Japanern und Amerikanern stattfanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter hatte wahrscheinlich ein bißchen zuviel vom Krieg erzählt, denn irgendwann gerieten sie sich in die Haare, vermutlich aus nichtigem Grund, wie es bei ihnen immer der Fall war. Er konnte sich später nur noch daran erinnern, daß er gerade mit der dritten Flasche Cognac zurückgekommen war, als Tommy zuschlug. Es war ein kurzer, trockener Haken genau auf den Punkt. Peter verspürte nicht den geringsten Schmerz, als er mit der Schnauze im Dreck lag, er war nur unglaublich überrascht. Tommy dagegen hatte so hart zugeschlagen, daß ihn noch drei Tage danach die rechte Hand schmerzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tut mir leid wird er gesagt haben, als Peter sich im Sand eine Weile nicht rührte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon O.K. wird Peter geantwortet haben, das mußte mal sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann werden sie Versöhnung gefeiert haben, nackt am Strand von Red Beach in einer warmen Nacht ohne Mond und immer noch ohne Frauen. Jedenfalls war die Buddel leer, als die Sonne aufging.&lt;br /&gt;
Es war kein gutes Erwachen, denn mit brummendem Schädel stellten sie fest, daß ein Teil ihrer Klamotten verschwunden war. Alles was sie fanden, waren Peters Jeans und Tommys zerfetzte Unterhose.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich hol ein Handtuch sagte Peter, und noch bevor das Hotel erwachte, schlichen sie auf ihr Zimmer. Tommy rieb seine schmerzende Hand, Peter konnte vor dem Spiegel in seinem Gesicht nichts erkennen, keine Schwellung, nicht ein mal einen blauen Fleck. Es war ein sauberer Schlag gewesen.&lt;br /&gt;
Die Heimfahrt in der Mittagszeit wurde lustig. Die Hotelboys hatten noch einmal den Strand abgesucht, Tommys Jeans fanden sie nicht. Der kräftigste der Jungs verkaufte ihnen eine seiner Hosen, doch Tommy kam mit den Oberschenkeln nicht hinein. Da machte er mit einem Messer Bermudas daraus und schlitzte die Hosenbeine auf, das Ergebnis sah aus wie ein Minirock. Wenn er stand, war das in Ordnung, doch im vollbesetzten Jeepney hatte er große Mühe, sein Geschleuder vor den Augen der von Natur aus neugierigen Filipinos zu verbergen.&lt;br /&gt;
Sie benutzten den Nebeneingang zum Hafen, auf Peters Kammer konnten sie schon wieder herzlich über die Operation Red Beach lachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am dritten Abend kam Tommy dann endlich zum Stich. In einer Bar unweit ihres Bierzeltes tanzte eines der Mädchen vollkommen betrunken oder auf andere Art breit - Shapoo nannten sie das Zeug hier - ihre Nachfolgerin hatte einen leicht indischen Einschlag und gefiel Tommy gut. In dieser Bar mußte mit dem Manager verhandelt werden, Peter erledigte das. Tommy zog sich mit der Dame in die erste Etage zurück, Peter wollte an der Bierbude auf ihn warten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Filipina begrüßte ihn herzlich, zu dieser Tageszeit war noch wenig Betrieb. Früher als erwartet saß Tommy wieder neben ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na, alles klar? fragte Peter, funktioniert die Anlage noch? Tommy nickte. Er war zufrieden wenn auch nicht gerade begeistert. Aber das ging vielen Seeleuten so, wenn sie längere Zeit nichts mehr vor die Flinte bekommen hatten. Vielleicht hätte er auch vorher den sauren Rahm abschlagen sollen, wie sich der Bootsmann der Columbus Louisiana seinerzeit ausgedrückt hatte. Wie auch immer, der Anfang war gemacht, dachte Peter. Ihm geisterte ständig im Kopf herum, was ihm die Jungs vom Hamburger Hauptbahnhof mit auf den Weg gegeben hatten.&lt;br /&gt;
Sie saßen noch nicht lange, da gesellten sich zu der Filipina hinter den Tischen ein Mann mittleren Alters und ein junges Mädchen, sie mochte etwa vierzehn Jahre alt gewesen sein. Die drei sprachen in Tagalog, der Landessprache, miteinander. Als Peter ein neues Bier orderte, stellte es der Mann vor die beiden hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Are you looking for a girl? fragte er dabei. Peter nickte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
You can take her sagte er und zeigte auf das junge Mädchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oh no lehnte Peter spontan ab, shes much too young. Auch Tommy schüttelte den Kopf. Vermutlich dachte er an den ersten Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ging ein breites Lächeln über das Gesicht des Mannes. Er gab Peter und Tommy die Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welcome to my property sagte er. My name is Bimbo. This is my daughter. My wife you know already as shes  told me.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von nun an hatte Peters Lieblingsplatz in Tacloban City einen Namen: Bimbos Property nannten sie fortan ihren Treffpunkt. Wären sie auf Bimbos Angebot eingegangen, hätten sie mit Sicherheit ihr Bier künftig anderswo trinken müssen. Aber sie hatten den Test bestanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kam sich schnell näher. Bimbo war auch Seemann, er fuhr als Koch bei japanischen Reedereien zur See, von der Heuer hatte er seiner Frau diesen Stand gekauft. Er befand sich gerade im Urlaub und half mit, wenn es seine anderen Aktivitäten erlaubten. Everybody knows me in this city sagte er, Im a well respected person. Daß diese Worte keine leere Prahlerei waren, stellte sich bald mehrfach heraus.

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;288&quot; alt=&quot;bimbo&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/bimbo.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;


&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/stories/2281260/&quot;&gt;Weiter&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>neo-bazi</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/topics/Der+Prinz+mit+der+Zahnluecke&quot;&gt;Der Prinz mit der Zahnluecke&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 neo-bazi</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-02T20:14:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cdhd.twoday.net/stories/2273470/">
    <title>Der Prinz mit der Zahnlücke - Tommy 33</title>
    <link>http://cdhd.twoday.net/stories/2273470/</link>
    <description>Die Stimmung an Bord konnte besser nicht sein. Die Filipinos waren mit ihrem Schiff in einen heimatlichen Hafen eingelaufen, ein Glücksfall, der nur sehr selten eintrat. Die längste Zeit ihres ein- bis zweijährigen Aufenthalts an Bord verbrachten sie sonst Tausende von Meilen von zu Hause entfernt in einer für sie nicht immer freundlichen Umgebung. Da sie den größten Teil ihrer Heuer an die Familien daheim überweisen mußten, blieb ihnen von ihrem Verdienst viel zu wenig für einen vernünftigen Landgang in den teueren Ländern Ostasiens, Europas oder den USA. Nun war das anders, das Leben in den Philippinen war billig, viele fuhren zu ihrer Familie oder wurden von Verwandten an Bord besucht.&lt;br /&gt;
Das Schiff sollte in drei Häfen eine volle Ladung Copra für Italien laden, mindestens vier Wochen Liegezeit waren dafür veranschlagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Peter und Tommy am frühen Abend gutgelaunt an Land schossen, war nur noch die Wache an Bord. Auf Peters Vorschlag hin hatten sie abgewartet, bis sich die größte Hitze verzogen hatte. Die Luft war immer noch sehr warm und feucht, doch sie gewöhnten sich schnell an das Klima der tropischen Breiten.

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;291&quot; alt=&quot;tacloban&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/tacloban.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

Gleich an der Gangway wurden sie von jungen Männern angesprochen, die ihnen Nice Bars und Pretty Girls versprachen. Peter wimmelte sie freundlich ab, er kannte diese Sitte aus Manila. Wenn man sich darauf einließ, wurde man die Typen während des gesamten Aufenthalts nicht wieder los, was sehr lästig werden konnte. Was sie suchten, würden sie auch alleine finden, Zeit genug hatten sie ja.&lt;br /&gt;
Das Hafentor war zwar bewacht, doch Männlein und Weiblein konnten ungehindert passieren. Ein freundlicher Gruß war den uniformierten Wächtern Legitimation genug.&lt;br /&gt;
Der Hafen lag unmittelbar an der kompakten Innenstadt, direkt neben dem Busbahnhof, wo eine Vielzahl nach Popart bemalter und beleuchteter Busse, Jeepneys und Tricycles umher kurvten. Unter den Palmen wechselten sich Marktstände, Garküchen, Grillstationen und Buden mit Getränkeausschank in langer Reihe ab. Das Leben pulsierte bis tief in die Nacht hinein. Die Luft war angefüllt mit geheimnisvollen exotischen Gerüchen und trug den Lärm des Verkehrs, das Lachen der Menschen und ihre Musik auf die blauschwarze Bucht hinaus, wo sich in ruhigem Wasser die große Sichel des Mondes spiegelnd wiederfand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter und Tommy sahen sich an, das war ihre Welt. An einem kleinen Grillstand verspeisten sie einen Spieß mit Hühnerfleisch, im Schein der Gaslaterne glaubte Peter zu erkennen, daß der Schimmer leiser Trauer zum ersten Mal aus den Augen des Jungen verschwunden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zahlreichen Bars der Stadt waren unterschiedlich gut besucht. In vielen war es üblich, daß die Mädchen zur Musik eines Disk Jockeys im Bikini tanzten und sich dann zu den Gästen an die Tische setzten. Die Mädchen hielten sich meist in ihrem Lokal auf, waren dort aber nicht angestellt und brauchten nicht ausgelöst zu werden, wie Peter es von Manila her kannte. Man konnte sich mit den Mädchen unterhalten und direkt absprechen, das machte die Sache etwas ungezwungener. Es gab auch ein paar Läden, in denen der Manager vermittelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie zogen durch eine Reihe von Bars, ohne sich lange aufzuhalten. Erst mal sehen war ihre Devise. Außerdem war ihnen noch keiner der Kollegen von Bord begegnet, dort wo ihre eigenen Filipinos verkehrten, war es sicher nicht am schlechtesten.&lt;br /&gt;
Als sie etwas abgelegen im ersten Stock eines Gebäudes eine kleine Disco enterten, aus der gute Musik herunter dröhnte, war es dann soweit. Hier saßen sie alle, es gab ein großes Hallo. Viele hatten schon Bekanntschaften geschlossen, einige waren noch solo.&lt;br /&gt;
How come, you find this place? fragte der Matrose, der auch als Steward am Kapitänstisch fungierte.&lt;br /&gt;
Instinct sagte Peter und verschwieg, daß sie schon ein Dutzend Bars abgeklappert hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bier floß in Strömen, auf der Tanzfläche war Show Time. Eine Lady hatte ihre Vorstellung gerade beendet, ihre Nachfolgerin war eine exotische Schönheit. Tommy ließ seinen Blick nicht mehr von ihrem hochmütig lächelnden Gesicht und dem gertenschlanken Körper, den sie zu den Klängen ihres Hits unnachahmlich aufreizend bewegte. Nichts ordinäres lag in diesem Tanz, nur eine geballte Ladung knisternder Erotik. Diese Frau war ein Naturtalent oder Profi. Die Gespräche an den Tischen verstummten, alle folgten gebannt der Darbietung und klatschten begeistert, als sie endete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überraschend, sie hatten gerade erst zwei Biere gekippt, wollte Tommy aufbrechen. Laß uns ein Haus weiter gehen drängte er. Als Peter seinem Blick folgte, sah er den Grund: die Tänzerin von eben hatte am Nachbartisch Platz genommen und schmuste mit dem Zweiten Offizier. Wie es aussah, hatte sie schon vorher dort gesessen, sie waren zu spät gekommen. Beim Hinausgehen begegneten sie auf der Außentreppe dem Chief.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieso geht ihr schon, nix los da oben? fragte er verwundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch, nur erstmal überall checken gab Peter zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tommy war enttäuscht aber nicht übermäßig sauer. Als sie an einer der zeltüberdachten Schankbuden mit hufeisenförmig aufgestellten Tischen ein San Miguel bestellten, meinte er nur noch: die wärs gewesen. &lt;br /&gt;
An diesen offenen kleinen Bierzelten war bis in den frühen Morgen emsiger Betrieb. Die Getränke waren billig, eine Flasche des allgegenwärtigen San Miguel kostete 15 Peso, etwa achtzig Pfennig. Einheimischer Tanduay Rum, Whisky oder Gin waren noch billiger. Whisky und Gin waren Fusel, den ausgezeichneten Rum bekam man für 30 Peso die Flasche, umgerechnet etwa 1,80 DM. Filipinos, die es sich leisten konnten, tranken Bier. In Hotelbars und Restaurants lagen die Preise allerdings höher.&lt;br /&gt;
An ihrem Stand arbeitete eine etwa 35jährige Filipina, die recht gutes Englisch sprach und sie mit echter Freundlichkeit bediente. Mit den Gästen kamen sie sofort ins Gespräch. Man gab ihnen Bier aus, sie revanchierten sich. Bald war auf den Holzbänken kein Platz mehr frei, denn die Filipinos waren unglaublich neugierig und daran interessiert, warum sich die vermeintlichen Ami-Touristen hier unter ihnen und nicht in klimatisierten Hotels vergnügten.&lt;br /&gt;
Hey Joe oder Hey Man wurden sie begrüßt, wenn sich ein neuer Gast in die frühliche Runde zwängte. Mit dieser Anrede hatten die Filipinos die amerikanischen GIs willkommen geheißen, die sie von der japanischen Besetzung befreiten. Das erklärte ihnen jedenfalls Peters Nachbar, ein freundlicher Polizist in Zivil, der mit einem Kollegen unterwegs war.&lt;br /&gt;
Ihr Biergarten lag an der Kreuzung zweier Nebenstraßen, die Straße hinunter sah man auf beiden Seiten die Leuchtreklamen mehrerer Bars, die sie noch nicht kannten. Da sie in einer reinen Männerrunde zechten, war ihnen bald nach Luftveränderung zumute. Mit Was nice to meet you und See you later, friends verabschiedeten sie sich aus der verständnisvoll blickenden Gesellschaft, nicht ohne bei der netten Filipina noch eine Runde San Miguel für die Zurückgebliebenen zu ordern.&lt;br /&gt;
Fünfzig Meter die Straße hinab kamen sie zu einer Bar, deren pinkfarbene Neonreklame ausgesprochen einladend auf sie wirkte. Schon ziemlich benebelt betraten sie das Etablissement, es war der übliche Schuppen mit Tanzfläche und im Halbkreis davor aufgestellten Tischen, von denen etwa die Hälfte besetzt war. Sie wagten sich an einen Tisch in der Mitte direkt vor der Tanzfläche. Auch hier mischten sich die Tänzerinnen unter die Gäste. Am Nebentisch saß ein recht hübsches Mädchen bei einem älteren Filipino, sie suchte sofort intensiv Augenkontakt mit Tommy. Das Mädchen auf der Bühne lächelte Peter zu, der sich sehr geehrt fühlte und zurück schmachtete. Bald tanzte sie nur noch für ihn. Das Girl vom Nebentisch zog sich um, als sie die andere Tänzerin ablöste, sprachen die beiden miteinander und sahen zu ihnen herüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was meinst du? fragte Peter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht übel sagte Tommy.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mädchen vom Nebentisch tanzte ebenfalls nur vor ihrem Tisch, allerdings hatte sie dabei Tommy im Visier. Dann sind die Fronten ja geklärt, dachte Peter zufrieden. Peters Auserwählte redete mit dem DJ, der prompt einen Klammerblues auf die Orgel schmiß. Als die Mädchen Tommy und Peter auf die Tanzfläche zerrten, schaltete er gnädig die Beleuchtung auf Schummer. Freundlicherweise gesellten sich noch zwei weitere Pärchen dazu. Nach zwei Runden - Tommy tanzte offen, Peter eng - hatte der Filipino am Nachbartisch das Feld geräumt. Trotzdem wurden sie von den Mädchen die Treppe hinauf auf eine Empore geschoben, wo an den Tischen intensiv geknutscht wurde. Tommy und Peter wollten keine Ausnahme machen. 

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;267&quot; alt=&quot;zujung1&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/zujung1.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Mit einem Taxi fuhren sie an Bord, in Peters Kammer wurde die Party fortgesetzt. Die Musik war wohl etwas zu laut, jedenfalls stand plötzlich Momoko im Neglige in der Tür.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
My husband, the captain, wants to sleep sagte sie barsch und knallte die Tür wieder zu. Wenn Rainer vorher noch nicht wach gewesen sein sollte, jetzt war er es bestimmt. Tommy und Peter mußten laut lachen, die Mädchen waren erschrocken.

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;283&quot; alt=&quot;zujung2&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/zujung2.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

Who was that? fragte die eine völlig verstört. Momoko mußte ihnen vorgekommen sein wie ein Gespenst. Ihr Gesicht war nach Geisha Art weiß geschminkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The captains wife sagte Peter, noch immer lachend, her sleeping room is next door.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peters Begleiterin drehte die Musik leiser, das andere Mädchen zog Tommy vom Sofa hoch. Lets go to your cabin.

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;285&quot; alt=&quot;zujung3&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/zujung3.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

Als die beiden gegangen waren, löschte Peter das große Licht. Im Schein der Kojenlampe begann sich das Mädchen auszuziehen und am Waschbecken zu waschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
How old are you? fragte Peter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eighteen sagte sie aber sie sah eher aus wie fünfzehn. Auf jeden Fall hätte sie Peters Enkelin sein können. Er nahm sie in die Arme und küßte sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
You are a very nice girl and I like you very much sagte er dann. But Im much too old to make love with you.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Are you sending me home? fragte sie etwas traurig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yes sagte Peter, its much better, please understand. Dann gab er ihr 300 Piso und half ihr in die Kleider. Sie sah ihn beinahe dankbar an.&lt;br /&gt;
An der Gangway küßten sie sich noch einmal, von der Pier aus winkte sie ihm zum Abschied zu. Mit einem guten Gefühl ging er nach oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/stories/2277823/&quot;&gt;Weiter&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>neo-bazi</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/topics/Der+Prinz+mit+der+Zahnluecke&quot;&gt;Der Prinz mit der Zahnluecke&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2006-07-01T18:17:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cdhd.twoday.net/stories/2269906/">
    <title>Der Prinz mit der Zahnlücke - Tommy 32</title>
    <link>http://cdhd.twoday.net/stories/2269906/</link>
    <description>Heute ist Sonntag verkündete Tommy. Hältst du mir eine Predigt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darf ich sie dir auch aufschreiben? fragte Peter, ich bin kein besonders überzeugender Schwätzer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bitte darum sagte Tommy und Peter schrieb
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

&lt;center&gt;&lt;b&gt;Das Gleichnis vom rechten Weg&lt;/b&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

Laß es mich so sagen:&lt;br /&gt;
Du wirst in einem Tal geboren zwischen zwei hohen Bergen. Hinter dem Südberg leuchtet das warme, helle Licht, nach dem wir alle streben.&lt;br /&gt;
Aus der Dämmerung des Tales kannst du das Licht nicht sehen, du siehst nur seinen Schein. Hinter dem Nordberg liegt das eisige Schattenmeer der ewigen Finsternis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Leben ist ein Weg. Als Kind zeigt man dir, welchen Weg du gehen sollst. Man kann dir zwei falsche und einen richtigen Weg weisen.&lt;br /&gt;
Der falsche Weg, der leichteste, führt dich einfach die Straße im Tal entlang, nach Osten oder Westen. Diesen Weg sollst du nicht gehen, denn die Bergzüge sind unendlich lang. Du würdest endlos in der Dämmerung wandern und das Licht nie erblicken. &lt;br /&gt;
Du mußt vielmehr den Berg bezwingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch der gerade Weg den Nordberg hinauf ist ein Irrweg. Es ist ein leichter Weg, auf dem du immer im Schein des Lichtes ansteigst. Du gelangst zwar höher hinauf, gleichwohl kannst du nicht weiter sehen, weil du von dem hellen Schein geblendet bist. Du siehst nur, was neben und was über dir ist. Schaust du ins Tal zurück, erkennst du nur noch verschwommen, woher du gekommen bist, so sehr bist du geblendet.&lt;br /&gt;
Also willst du hinauf, so schnell dich deine Beine tragen. Manchmal überholt dich einer und du mußt Schutz suchen vor den Steinen, die er lostritt. Hin und wieder kommst du schneller voran als die anderen, dann brauchst du nicht mehr darauf zu achten, was hinter dir geschieht. Die Gefahr droht nur von oben, du mußt dich rechtzeitig ducken.&lt;br /&gt;
Wenn du sehr viel höher gestiegen bist, bis dahin, wo der ewige Schnee liegt, sollst du dich in acht nehmen vor den Lawinen. Manchmal ist der Schein des Lichtes so warm, daß sich ein großes Schneebrett löst und alles mit sich in die Tiefe reißt. Dann mußt du den Aufstieg von neuem beginnen. Auch besteht die Gefahr, daß du in der gleißenden Helligkeit des Schnees erblindest, dann siehst du gar nichts mehr und bist umsonst aufgestiegen.&lt;br /&gt;
Auf dem Gipfel widerfährt dir eine große Enttäuschung. Du kannst das Licht nicht sehen, weil der Südberg höher ist als der Gipfel, den du erklommen hast. Du konntest es vom Tale her nicht erkennen. Man hat dir den falschen Weg gewiesen.&lt;br /&gt;
Nun ist es zu spät, umzukehren. Freiwillig steigt vom Nordberg ohnehin keiner ab. Lieber glauben sie, es gäbe gar kein Licht, sondern nur den Schein, weil sie sich ganz oben wähnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hat man dir aber den richtigen Weg gezeigt, erwartet dich eine große Mühe. Du gehst die ganze Strecke im Schatten, frierst und mußt dich unaufhörlich plagen. Wenn es den Nordberg nicht gäbe, könntest du vielleicht gar nichts sehen, denn er wirft ein bißchen seines Scheins zu dir herüber. Er will es nicht, aber er kann es nicht verhindern.&lt;br /&gt;
So aber gewöhnen sich deine Augen mit der Zeit an die Dunkelheit und je höher du steigst, desto wunderbarer wird deine Aussicht. Weil du im Schatten wanderst, siehst du sogar deutlich in die Dämmerung hinein, aus der du hergekommen bist. Über dir erblickst du den Schein hinter deinem Gipfel. Nur wenn du zulange auf den Nordberg hinüber geschaut hast, bist auch du geblendet und mußt für eine Weile die Augen schließen, damit du wieder erkennst, wo du dich befindest. &lt;br /&gt;
Der Weg den Südberg hinauf ist kein gerader Weg, ihn könnte keiner schaffen. Es kann dir leicht passieren, daß du eine falsche Abkürzung einschlägst. Vielleicht stürzt du sogar ab und bleibst verletzt liegen, bis dich einer findet. Aber es ist noch nie vorgekommen, daß einer, der den rechten Weg ging, für immer liegen blieb.&lt;br /&gt;
Menschen, die den richtigen Weg gehen, sind nicht wie die Besteiger des Nordberges. Wenn dich einer überholt auf dem Weg zum Gipfel, wird er dich fragen: Kannst du noch, Bruder, oder soll ich eine Weile mit dir rasten? Wenn er dann weiter geht und aus Versehen über dir einen Stein lostritt, kann dir nichts geschehen, denn der Südberg ist sehr steil und alle Steine fallen über dich hinweg, ohne daß du dich ducken müßtest. Weil er so steil ist, gibt es auch keine Lawinen. Aber selbst wenn es welche gäbe, würden sie sich im Schatten viel schwerer lösen und wie die Steine über die Menschen hinweg rauschen.&lt;br /&gt;
Weiter oben kann es allerdings sein, daß du an einem vorübergehst, der sich aufgegeben hat. Nachdem du bei ihm gerastet hast und wieder aufbrechen möchtest, wird er zu dir sagen: Geh ruhig weiter, ich habe keine Kraft mehr.&lt;br /&gt;
Es ist gut, wenn du dann sprichst: Wenn dich deine Kraft verlassen hat, dann trage ich dich ein Stück. So er aber zu schwer für dich ist, den steilen Weg hinauf, dann sollst du wissen, daß es keinen Menschen gibt, der untragbar ist. Bald wird ein anderer kommen und dir dabei helfen. Ängstige dich nicht, du könntest zuviel Zeit verlieren, denn es kommt nicht darauf an, wie schnell du gehst, sondern daß du auf dem rechten Wege bist.&lt;br /&gt;
Das längste Stück deines Weges gehst du allein. Wenn dich ein anderer begleitet auf dem richtigen Weg zum Licht, verspürst du ein großes Glück. Doch du sollst nicht weinen an Tagen da du  alleine bist und siehst, wie die anderen zusammen wandern, denn die menschliche Liebe ist nicht das größte Glück. Das wahre Glück findest du hinter deinem Gipfel, so du den richtigen Weg gegangen bist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Schritte vor dem Ziel verhalte und wende dich zurück. Sieh ins Tal hinab zu jenen, die da in der Dämmerung kriechen und zu denen auf dem Nordberg, die zu dir herüber rufen: Geh mir aus dem Licht.&lt;br /&gt;
Zürne ihnen nicht, denn es ist nicht ihre Schuld, daß sie so verblendet oder mit Finsternis geschlagen sind. Man hat ihnen den falschen Weg gewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann setze deinen Fuß auf den Gipfel und erkenne das Licht. &lt;br /&gt;
Es wird dich strahlend umhüllen, du wirst keinen Schatten mehr werfen, denn das Licht ist überall und du bist selbst das Licht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn da aber keiner ist, der dir einen Weg weisen kann, so strebe stets zum Licht und folge nicht dem Schein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Amen sagte Tommy.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prost antwortete Peter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz bevor ihnen an Bord das Trinkwasser ausging, erhielten sie über UKW die frohe Botschaft: Captain your ship will berth tomorrow. Pilot will board your vessel around nine oclock in the morning.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tommy brauchte seine Kammer nicht zu räumen, für die kurze Strecke bis zur Pier benötigte der Lotse keine Unterkunft. Im Verlauf der gesamten Reise war das nur einmal, während der Suez Kanal Passage der Fall.&lt;br /&gt;
Vom Liegeplatz des Schiffes konnte man das Zentrum der Hafenstadt Kunsan bequem zu Fuß erreichen.&lt;br /&gt;
Schon bei ihrem ersten Landgang im Land der Morgenstille wurde besonders Tommy von einem gewissen Kulturschock erfaßt, wie man zu sagen pflegt. Kaum jemand sprach auch nur ein Wort Englisch, herzliche Beziehungen zu Fremden gehörten offenbar in Korea nicht zum guten Ton. Bereits beim Passieren des Hafentors wurde deutlich, daß das Land von einer Militärregierung beherrscht wurde. Immerhin hatten sie nach langer Zeit wieder festen Boden unter ihren Füßen. In einer ambulanten Krankenstation mußten sie sich gleich nach Ankunft gegen Gelbfieber impfen lassen, die Behörden der Philippinen verlangten diese Schutzimpfung bei der Einreise.&lt;br /&gt;
Auf Tommys Armen waren noch Einstichstellen seiner Orgie unmittelbar vor der Entgiftung zu erkennen. Anscheinend bemerkte die Ärztin nichts, jedenfalls erhielten sie anstandslos ihre Impfpässe.&lt;br /&gt;
Das Wetter war kühl, es war Dezember, dafür schien die Sonne aus einem wolkenlos blauen Himmel.&lt;br /&gt;
Peter war enttäuscht, die Atmosphäre der Stadt war nicht zu vergleichen mit jener der größten koreanischen Hafenstadt Pusan, einem Seemannsparadies, das er kannte. So streiften sie durch die westlich geprägte Innenstadt, wo sie bald die große Markthalle entdeckten. Wie auf allen Märkten der Welt bot sich ihnen ein malerisches Bild. Es gab wenig Obststände, Obst war sehr teuer, dafür einen riesigen Fischmarkt. Tommy kaufte frischen Tintenfisch, den er noch am selben Tag an Bord zubereitete. Ganz am Ende der Halle, in der Fleischabteilung, trauten sie ihren Augen nicht: hier lagen stapelweise Hunde, frisch geschlachtet oder tiefgefroren. Beinahe fluchtartig suchten sie den Weg zum Ausgang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht waren das ja doch Hasen dachte Peter laut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hast du schon einmal ein Karnickel mit dreißig Zentimeter langen Beinen gesehen? widersprach Tommy. Wie meistens hatte er recht. An Bord bereitete er den frischen Tintenfisch, den sie bereits wieder mit Genuß verzehren konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr nächtlicher Streifzug führte sie in eine Tanzbar mit viel Betrieb, allerdings herrschte ein deutlicher Männerüberschuß. Offenbar ließen ganze Bürobelegschaften hier ihren Frust ab und spülten den Tagesstreß hinunter. Die sonst so reservierten Koreaner fielen sich teilweise schon nach ein paar Schnäpsen um den Hals. Abwechselnd sangen sie inbrünstig auf einer kleinen Bühne mehr laut als schön und spendeten sich gegenseitig Beifall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bechern ganz schön stellte Tommy fest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Todfeind der Koreaner ist der Leberkrebs informierte Peter. &lt;br /&gt;
Sie selbst hatten sich für eine Flasche koreanischen Whisky entschieden. Eine Flasche J.W. Red Label hätte 180 US-Dollar gekostet, das war ihnen dann doch zuviel. Den einheimischen Fusel verkaufte man ihnen für nur 80 Dollar, er wurde mit Milch anstelle von Soda serviert. Wie sie bald feststellten, verminderte die Milch erheblich dessen Wirkung, also tranken sie ihn pur.&lt;br /&gt;
Einige der nicht mehr ganz nüchternen Gestalten in Anzügen mit Krawatte klopften ihnen freundlich auf die Schultern, selbst mit ihnen scheiterte eine Unterhaltung jedoch an der unüberwindlichen Sprachbarriere. Die anwesenden Ladies waren hübsch, doch sie tanzten als ob sie auf Eseln ritten, wie es Peter einmal irgendwo gelesen hatte.&lt;br /&gt;
Nachdem sie ihre Flasche geleert hatten, verließen Tommy und Peter den Laden, bevor man sie zum Singen auf die Bühne zerren konnte. Hierfür hätten sie ihre Stimmen noch etwas kräftiger ölen müssen, was ihnen bei diesen Preisen nicht ratsam erschien.&lt;br /&gt;
Auf dem Nachhauseweg kamen sie an einigen Room Bars vorbei, wo junge Mädchen in heißen Höschen vornehmlich ihr Talent im Einschenken und Abzocken unter Beweis stellten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hältst du es noch ein paar Tage aus? fragte Peter. Auf den Philippinen leben wir von der Kohle eine ganze Woche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klar sagte Tommy. Schließlich habe ich ja wieder zwei gesunde Hände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paß nur auf warnte Peter, zuviel sexuelle Enthaltsamkeit kann zu einem Tennisarm führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach drei Tagen war die Restladung Salpeter gelöscht, nicht nur die Filipinos freuten sich, daß es durch das Gelbe Meer ihrer Heimat entgegen ging.
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;273&quot; alt=&quot;sonne1&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/sonne1.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Schon zwei Tage später konnten sie im Ostchinesischen Meer an Deck in der Sonne braten, weitere vier Tage darauf steuerten sie den Hafen von Tacloban auf der philippinischen Insel Leyte an.
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;263&quot; alt=&quot;sonne2&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/sonne2.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;


&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/stories/2273470/&quot;&gt;Weiter&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>neo-bazi</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/topics/Der+Prinz+mit+der+Zahnluecke&quot;&gt;Der Prinz mit der Zahnluecke&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 neo-bazi</dc:rights>
    <dc:date>2006-06-30T19:43:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cdhd.twoday.net/stories/2265399/">
    <title>Der Prinz mit der Zahnlücke - Tommy 31</title>
    <link>http://cdhd.twoday.net/stories/2265399/</link>
    <description>Der zweite Deutsche an Bord war der Leitende Ingenieur. Peter kannte ihn noch länger als den Kapitän, damals hatten sie auf einem Bulk Carrier zusammen mehrere Reisen ins Mittelmeer, nach Skandinavien und Afrika gemacht. Klaus war der freundliche, hilfsbereite Mensch geblieben, der er schon als Maschinenassistent gewesen war. Er zeigte ihnen alles, was an Bord wichtig war. Mit Rainer als Kapitän und Klaus als Chief war ein gutes Bordklima garantiert.&lt;br /&gt;
Der philippinische Erste Offizier war Peter auf Anhieb sympathisch, er wurde später auf den Philippinen sein wichtigster Ratgeber. Den Bootsmann kannte er noch aus der Zeit seiner Tätigkeit als Personalchef für die ausgeflaggten Schiffe der Reederei in London.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter und Tommy sollten ihre Mahlzeiten am Kapitänstisch in der Offiziersmesse einnehmen. Nach ein paar Tagen zog Tommy es vor, in der Mannschaftsmesse zu speisen, nachdem er mit der übrigen Besatzung besser bekannt geworden war. Alle fanden das in Ordnung. Tommy hatte keinerlei Berührungsängste, mit Ausländern verstand er sich ohnehin meist besser als mit seinen deutschen Landsleuten. Die einzige Sorge bereitete Peter sein nach wie vor überhöhter Alkoholkonsum. Er konnte in Ruhe eine ganze Kiste Bier austrinken, ohne besondere Wirkung zu zeigen. Sobald er an Spirituosen geriet, war er nicht wiederzuerkennen und rastete regelmäßig aus. Er schüttete Whisky wie Wasser hinunter.&lt;br /&gt;
Besonders an den Wochenenden, wenn die Filipinos feierten, bekam Peter deshalb kein Auge zu. In diesem Zustand war dem Jungen alles zuzutrauen.&lt;br /&gt;
Einmal fegte er während einer nächtlichen Party sämtliche Gläser und Flaschen vom Tisch. Anschließend stand er mit einem schweren Ersatzteil aus der Maschine vor der Kammer des Ersten Offiziers und wollte die Tür einwerfen. Peter kam gerade noch rechtzeitig dazu. Mit viel Mühe gelang es ihm, ihn zu überreden, sich in die Koje zu legen. Peter packte sich auf das Sofa daneben. Nach kurzer Zeit hörte er, wie sich Tommy wieder aus dem Bett schlich. Auch Peter stand auf und bewegte sich in der völligen Dunkelheit an der Wand entlang zur Tür. Als er das Licht einschaltete, stand der Junge vor dem Sofa, den schweren stählernen Stuhl zum Schlag erhoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was hast du vor, willst du mich killen? fragte Peter ruhig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tommy ließ den Stuhl sinken und setzte sich auf das Sofa. Peter reichte ihm eine Zigarette.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Scheiße sagte Tommy nur. Besser, du schließt mich heute nacht ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich würde lieber hierbleiben meinte Peter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein widersprach Tommy, ich möchte alleine sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also schloß Peter den Jungen in seine Kammer ein, einschlafen konnte er danach jedoch keineswegs. Das Bulley war zwar zu klein zum Hinausklettern, doch Tommy spielte in diesem Zustand auch gerne mit Messern an sich herum. Er wartete eine Stunde, dann schloß er leise die Tür auf. Der Junge lag im Bett und schnarchte. Vorsichtig zog er die Tür wieder zu ohne abzuschließen. Als sie am anderen Tag darüber sprachen, konnte sich Tommy an nichts erinnern. Er nahm sich vor, künftig nur noch Bier zu trinken.&lt;br /&gt;
Ein ähnlich krasser Vorfall wiederholte sich nur ein einziges Mal, während der Heimreise mit der Bahn kurz vor Hamburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten zwei Wochen auf Reede waren durchaus nicht langweilig, obwohl nichts besonderes geschah. Tommy schlief fast den ganzen Tag, Peter machte sich näher mit den Geräten der Funkstation vertraut. Jeden Morgen meldete sich der Kapitän über UKW bei der Agentur des Charterers in Kunsan, immer erhielt er die gleiche Antwort: No news Captain, your berth is still occupied. Please call us back tomorrow. Der Charterer saß in Japan, Peter hörte die japanischen Küstenfunkstellen und Singapore sowie Norddeich Radio ab. Es gab nicht viel zu tun.

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;460&quot; alt=&quot;funkbudejaps&quot; width=&quot;300&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/funkbudejaps.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

Nachmittags kroch Tommy aus seiner Koje, sie tranken Kaffee und drehten eine Runde über den Dampfer. Tommys Tagesablauf vorschob sich völlig, erst gegen morgen zog er sich auf seine Lotsenkammer zurück. Die Bordbücherei gab wenig her, deutschsprachige Literatur war Mangelware.&lt;br /&gt;
Die Abende verbrachten sie im Videoraum, manchmal spielten sie auch mit der Schiffsführung Monopoly oder tranken beim Chief ein paar Biere. Die Filipinos waren ein geselliges Völkchen, Tommy schloß schnell Kontakte. Er freundete sich besonders mit dem Deckfitter an, als dessen Assistent er später dann einige Tage an Deck arbeitete.&lt;br /&gt;
An den Wochenenden veranstaltete Momoko für die gesamte Besatzung ihre Events, Bingo oder Abende mit einer ganzen Reihe anderer lustiger Spielchen. 

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;286&quot; alt=&quot;meese1&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/meese1.jpg&quot; /&gt;&lt;/Center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

Bei den Filipinos waren diese Veranstaltungen sehr beliebt, es gab immer etwas zu gewinnen. Anschließend wurde gefeiert, getrunken und getanzt. Peter zog sich wegen des gravierenden Mangels an Tanzpartnerinnen dann immer schnell zurück.

&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;center&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;330&quot; alt=&quot;messe2&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/cdhd/images/messe2.jpg&quot; /&gt;&lt;/center&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;

Unter der Woche saßen Tommy und Peter abends auf ihrer Kammer, hörten Musik und erzählten sich Geschichten. Allmählich kam der Junge auch von seinem Tracy Chapman Trip wieder herunter. Musik könne auch eine Droge sein, meinte er dazu.&lt;br /&gt;
Nachts kochten sie sich in der Kombüse ein Süppchen oder brutzelten einen Fisch. All das wäre auf einem deutschen Dampfer nicht möglich gewesen.&lt;br /&gt;
Sie tranken täglich eine Kiste Bier, wovon Tommy regelmäßig zwei Drittel verkonsumierte. Peter war klar, daß eine Suchtverlagerung stattfand, doch lange Reedezeiten machten auch den normalen Besatzungsmitgliedern zu schaffen. Man konnte die Lichter der Hafenbars erkennen und war auf einem schwimmenden Gefängnis eingesperrt.&lt;br /&gt;
Vorerst endeten ihre Abende damit, daß Peter einen Schwank aus seinem Leben erzählte. Es waren Geschichten wie diese:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://neobazi.net/archives/3686&quot;&gt;Bound for Veracruz Teil 1&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://neobazi.net/archives/3685&quot;&gt;Bound for Veracruz Teil 2&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://neobazi.net/archives/3684&quot;&gt;Bound for Veracruz Teil 3&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/stories/2269906/&quot;&gt;Weiter&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>neo-bazi</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/topics/Der+Prinz+mit+der+Zahnluecke&quot;&gt;Der Prinz mit der Zahnluecke&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 neo-bazi</dc:rights>
    <dc:date>2006-06-29T23:59:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cdhd.twoday.net/stories/2263970/">
    <title>Der Prinz mit der Zahnlücke - Tommy  (30)</title>
    <link>http://cdhd.twoday.net/stories/2263970/</link>
    <description>Tommy überstand den langen Flug in die britische Kronkolonie überraschend gut. Er orderte zwar regelmäßig höherprozentige Durststiller, hielt aber einen kultivierten Pegel und begann, sich sichtlich wohlzufühlen. Als ihre Maschine über dem schönsten Naturhafen der Welt einschwebte, bekannte er: Jetzt kann ich das alles erst wirklich glauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Einchecken für den Anschlußflug nach Seoul gab es eine unangenehme Überraschung: Peters Ticket war nicht OK-gebucht, Tommy hätte alleine vorausfliegen müssen. Das  kam natürlich nicht in Frage, Peter veranstaltete am Schalter der Airline einen mittleren Aufstand. Tommy saß auf seiner Reisetasche unbeteiligt daneben und belächelte die Szene. Schließlich mußte Peter doch den Flug am nächsten Tag akzeptieren, es war anscheinend wirklich nichts mehr frei. Sie konnten nur hoffen, daß sie ihren Dampfer einen Tag später noch erreichten.&lt;br /&gt;
Sie mieteten sich für eine Nacht im Holiday Inn Harbour View auf der Kowloon-Seite ein, fast schon ein Nobelschuppen mit einem Zimmerpreis von 190 US Dollar täglich. Visa machte es möglich. Selbstverständlich verfügte man über Klimaanlage, Radio/TV, Telefon und einen gut sortierten Kühlschrank. Unter Beachtung der Zeitverschiebung gab Tommy die fällige Einlaufmeldung bei Oma in Hamburg ab, Peter beschwerte sich beim Personalchef der Reederei über die beschissene Flugbuchung. Kein Problem, meinte dieser, der Dampfer liegt sowieso noch zwei oder drei Wochen auf Reede. Gib mir die neuen Flugdaten, ich verständige die Agenturen in Korea&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ein Mist sagte Peter zu Tommy, der den Kühlschrank einer wohlgefälligen Prüfung unterzog, wenn ich das vorher gewußt hätte, wären wir noch ein paar Tage in Hong Kong geblieben. Nun blieb ihnen gerade eine Nacht.&lt;br /&gt;
Sie duschten sich die Strapazen des Fluges vom Leib, Tommy behagte die gehobene Atmosphäre und Peter faßte wieder Mut.&lt;br /&gt;
Abends stürzten sie sich in das Gewimmel der Sechsmillionenstadt, stellten sich an einer Garküche unter freiem Himmel ein abenteuerliches Dinner zusammen und ließen sich von den quirligen Massen durch die Nachtmärkte treiben. Spät kehrten sie zurück, schnappten sich gegen Morgen die letzte Flasche Rotwein und setzten sich auf die Kaimauer unterhalb des Hotels. Mit den geklauten Gläsern aus dem Restaurant tranken sie sich und der blutrot aufgehenden Sonne zu, die sich langsam in ein leuchtendes Orange verfärbte und die dünnen Morgennebel rasch vertrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nie spürte Peter den Keim der Hoffnung stärker als in dieser Stunde des Aufbruchs zwischen Nacht und Tag, weitab von allen Schatten dessen, was hinter ihnen lag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie übergaben die geklauten Gläser dem kristallklaren Wasser der South China Sea, die leere Buddel dümpelte als anonyme Flaschenpost der Sonne entgegen. Auf ihrem Morgenspaziergang zum Fähranleger hinunter begegneten ihnen Scharen von Joggern beiderlei Geschlechts in allen Altersklassen. Eine uralte Oma vollführte konzentriert das Ritual des Schattenboxens vor der Kulisse der gläsernen Wolkenkratzer. Mit der Fähre setzten sie zur Insel Hong Kong hinüber, leider reichte ihre Zeit nicht aus zum Besuch des Hafens von Aberdeen, wo die Geschichte dieser Stadt als Fischerdorf begann und wo noch heute Tausende von Familien auf ihren Dschunken lebten, schliefen und arbeiteten. Auf ihrem Weg durch die erwachende Stadt der Superlative begannen Peter und Tommy wieder wirklich miteinander zu sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Engländer müssen die Stadt doch bald wieder an China zurückgeben? erkundigte sich der Junge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst in sieben Jahren wußte Peter, 1997 läuft der Pachtvertrag aus. Weißt du überhaupt, wie die Stadt entstanden ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwas mit Opium? vermutete Tommy.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indirekt ja berichtete Peter. Im 18. Jahrhundert kamen die Engländer auf die Idee, den Chinesen ihre Seide und den Tee mit Opium anstatt wie bisher mit Silber zu bezahlen. Innerhalb von ein paar Jahrzehnten hatte sich die Drogensucht so stark über das Reich der Mitte ausgebreitet, daß der Kaiser den Drogenhandel verbot und 1840 das Opiumlager der Tommies bei Kanton beschlagnahmen ließ. Den daraufhin ausgebrochenen Opiumkrieg verloren die Chinesen und mußten die Insel Hong Kong an die East India Companie abtreten. Später kam dann noch Kowloon dazu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So eine Opiumhöhle würde mich schon mal interessieren grinste Tommy.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehrlich gesagt, mich auch gestand Peter. Ich stell mir das nicht schlecht vor, so hinüber zu dämmern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du meinst, endgültig?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja sagte Peter, wenn es einmal soweit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem späten Frühstück im Hotel fuhren sie zum Flughafen, wo der Flieger nach Korea auf sie wartete. Wieder breitete sich die überwältigende Traumkulisse unter ihnen aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wunderschöner Ameisenhaufen kommentierte Tommy.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das am dichtesten besiedelte Gebiet der Erde stimmte Peter zu. Im Stadtteil Mong Kok leben über 200 000 Menschen auf einem Quadratkilometer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Fluges schlief Tommy die meiste Zeit. Die Nachmittagsmaschine war nicht voll besetzt, er konnte sich sogar mit seinem Walkmann und Tracy Chapman auf den Sitzen lang machen.&lt;br /&gt;
In Korea war alles perfekt organisiert. Ein Agent brachte sie von Seouls Airport Kimpo zu einem kleinen Hotel in Flughafennähe. Am anderen Morgen setzte man sie in einen Überlandbus nach Kunsan, dem Hafen, in dem ihre schwimmende Behausung  auf sie wartete.&lt;br /&gt;
Als sie mit einer Barkasse die Anja Leonhardt auf Reede erreichten, ließ man ihnen sogar die Gangway herab. Freundliche Filipinos hievten ihr Gepäck an Bord, nun gab es kein Zurück mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Kapitänskammer wurden sie herzlich begrüßt. Rainer, der Kapitän, und Peter waren alte Freunde. Sie hatten manchen gemeinsamen, heißen Landgang unternommen und waren auch schon nach einer Flasche Bourbon in einem kleinen kanadischen Hafen übermütig auf die Bäume geklettert, weil sonst nichts los war. Auch seine japanische Frau Momoko war Peter gut bekannt. Sie war ein paar Jahre älter als Rainer und manchmal etwas exzentrisch. Obwohl sie schon viele Jahre in Deutschland lebte, paßte sie sich den europäischen Gepflogenheiten nicht oder nur zögernd an. Viele machten sich darüber lustig, doch Rainer störte es nicht. Sie liebten einander und darauf kam es schließlich an. Momoko konnte sehr charmant sein, aber auch ein unjapanisches, beinahe südamerikanisches Temperament an den Tag legen, wenn ihr etwas gegen den Strich ging. Sie sprach sehr schnell, meist ein Gemisch aus japanischem Englisch mit deutschen Einlagen. Momoko besaß Humor, wenn man sie darauf hinwies, daß eines ihrer exotischen Haarteile verrutscht war, konnte sie herzlich lachen. Im Grunde ihres Wesens war sie eine warmherzige, mitfühlende Person, Peter mochte sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitän zeigte den Neuankömmlingen ihre Unterkünfte und wies sie bei einem Bier in die Bordgepflogenheiten ein. Peter bezog die Kabine des Funkers, der das Schiff am Vortag bereits verlassen hatte, Tommy wurde in der Lotsenkammer auf dem selben Deck einquartiert. Dazwischen befanden sich die Räume des Kapitäns, gegenüber die gemeinsame Toilette. Duschen mußten sie ein Deck tiefer, das Schiff war ein Japanbau und besaß nicht den damals üblichen deutschen Standard. Für Tommy und Peter war es genau das richtige, sie waren zufrieden. &lt;br /&gt;
Tommy zog sich bald zurück, er war durch die Entgiftung doch so stark geschwächt, daß ihm der Weg die steile Gangway und die Aufbauten herauf noch leichte Schwierigkeiten bereitet hatte.&lt;br /&gt;
Vom Personalchef in Hamburg war ihre Ankunft fernschriftlich angekündigt worden, ohne daß er die besondere Situation des Jungen erwähnte. Sie hatten abgesprochen, daß auch Peter an Bord nach Möglichkeit niemanden informieren sollte. Aber der Kapitän und er waren Freunde, Peter klärte ihn auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kommt zur Sprache, wenn ich wieder in Hamburg bin. Schließlich trage ich hier an Bord die Verantwortung. Rainer war stark verärgert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe dir das gesagt, weil wir Freunde sind erwiderte Peter. Offiziell hat dir das niemand mitgeteilt. Wenn du nichts weißt, hast du auch keine Verantwortung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man hätte mich vorher informieren müssen. Der Alte war nicht überzeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hättest du denn abgelehnt? fragte Peter, doch Rainer ließ die Frage offen. Peter konnte ihn verstehen, ihre Vorgehensweise entsprach nicht dem korrekten Stil. Leider hatten sie keine andere Möglichkeit gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In welchem Zustand ist er jetzt? wollte Rainer schließlich wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er ist clean, kurz nach der Entgiftung natürlich noch ziemlich schwach erklärte Peter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also gut, er kann bleiben. Du paßt gut auf ihn auf entschied der Kapitän. Wenn es ihm besser geht, kann er an Deck mitarbeiten. Das tut ihm vielleicht ganz gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klar, so hatten wir uns das auch gedacht. Danke. Nun war Peter wohler, es fiel ihm schwer, zu lügen. Den anderen an Bord erzählten sie allerdings, Tommy hätte einen Motorradunfall gehabt und sei gerade erst aus dem Hospital entlassen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://cdhd.twoday.net/stories/2265399/&quot;&gt;Weiter&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>neo-bazi</dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 neo-bazi</dc:rights>
    <dc:date>2006-06-29T18:34:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://cdhd.twoday.net/stories/2259429/">
    <title>Der Prinz mit der Zahnlücke - Tommy (29) - Clean</title>
    <link>http://cdhd.twoday.net/stories/2259429/</link>
    <description>Clean&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Tage bevor Tommy aus der Entgiftungsklinik in Ochsenzoll entlassen werden sollte, machte die Cap Trafalgar&quot; im Hamburger Hafen fest. Nach den Übergabefeierlichkeiten an Bord fuhr Peter sofort zu Antonia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wollen ihn noch eine Woche länger behalten erfuhr er von ihr. Sie haben bei seiner Einlieferung so viele verschiedene Drogen und Medikamente festgestellt, daß sie jetzt auf Nummer Sicher gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müssen am 6. November fliegen, hoffentlich klappt das. Es ist schon alles arrangiert gab Peter zu bedenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich rede mit ihnen, das wird schon in Ordnung gehen beruhigte ihn Antonia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abends wurde Peter zunehmend unruhig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich halte das nicht länger aus, ich fahr zum Bahnhof. Wann hast du das letzte Mal in Ochsenzoll angerufen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorgestern war er noch da.  Antonia war weniger besorgt, doch Peter befürchtete, daß Tommy im letzten Moment noch einen Rückzieher machen könnte, ähnlich wie bei der Therapie in Hessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn er wirklich abhaut, fange ich ihn am Bahnhof ab erklärte er. Vergiß nicht, er hat auch schon einmal eine Entgiftung kurz vor Schluß abgebrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er mietete sich wieder im Adria Hof ein und verbrachte die nächsten Tage von morgens bis spät in die Nacht hinein in der Bahnhofsgegend. Bald wußten alle Mädchen und Jungs, die er kannte, worauf er wartete. Sie versprachen, sofort Bescheid zu geben, falls sie Tommy irgendwo sahen. Peter trank mit ihnen Kaffee und quetschte sie regelrecht aus: Hast du selbst schon mal entzogen? Hat man noch Schmerzen? Was ist dir am schwersten gefallen? Was ist die größte Gefahr für einen Rückfall? Wie steht es mit den Flash Backs? Wieso hast du wieder angefangen?&lt;br /&gt;
Übereinstimmend berichteten sie von einer völligen Leere im Kopf. Körperlich waren sie schlapp aber schmerzfrei gewesen. Die meisten hatten die anschließende Therapie vorzeitig abgebrochen oder waren bald danach wieder rückfällig geworden. Viele erzählten von Suchtverlagerungen auf Alkohol oder Medikamente. Alle erwähnten auch ein gesteigertes Verlangen nach Sex. Ich bin unwahrscheinlich geil geworden und den ganzen Tag mit einem Hammer in der Hose herumgelaufen, so oder ähnlich lauteten die Erfahrungen der Jungs. Zwei Dinge kristallisierten sich heraus und setzten sich bei Peter fest: die Leere im Kopf sowie der Nachholbedarf an sexueller Betätigung.&lt;br /&gt;
Seine größte Sorge aber war, ob Tommy clean nicht ein ganz anderer Mensch war. Wie würde er sich ihm gegenüber verhalten, würde er ihn als Freund noch akzeptieren? In normalem Zustand kannten sie einander überhaupt nicht, hoffentlich gab es keine böse Überraschung.&lt;br /&gt;
Die beiden letzten Tage vor Tommys Entlassung schlief er bei Antonia. Sie sprachen meist nur über ein Thema, den Jungen. Peter gestand ihr seine Sorgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du mußt keine Angst haben, daß er dich nicht wiedererkennt scherzte sie. Tommy ist auch ohne Drogen ein liebenswerter Mensch. Nehmt euch genügend Lesestoff mit und wegen der Mädchen, mein Gott, ihr werdet doch nicht die ganze Zeit auf See sein. Ihr kommt doch sicher auch einmal in einen Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Hafen in Korea kenne ich nicht berichtete Peter, danach geht es auf die Philippinen, da ist in dieser Beziehung allerhand los.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehst du meinte Antonia, das ist doch gar nicht so schlecht. Dann holte sie eine Flasche Wein. Später, als sie beide auf dem Teppichboden saßen, rezitierte sie aus Hamlet .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der U-Bahn fuhren sie vormittags nach Ochsenzoll. Zurück nehmen wir ein Taxi sagte Peter.&lt;br /&gt;
Im ersten Stock des Gebäudes mußten sie eine halbe Stunde warten, Tommy sollte noch sein Bettzeug abgeben und Formalitäten erledigen. Auf der Bank gegenüber saß ein junges Mädchen. Sie sah übel aus, war total breit und bat Peter um eine Zigarette. Antonia mochte sie gar nicht ansehen, vermutlich nahm sie Tommys frei gewordenen Platz ein.&lt;br /&gt;
Hinter den großen Glasfenstern sahen sie ihn. Er hatte wieder etwas zugenommen. Kurz blickte er herüber, dann verschwand er wieder. Eine junge Frau ging im Vorraum hinter den Fenstern nervös auf und ab. Als Tommy wieder erschien, fielen sich die beiden in die Arme und hielten einander lange fest. Dann kam er heraus.&lt;br /&gt;
Er umarmte seine Mutter flüchtig und gab Peter die Hand. Nur raus hier war alles, was er sagte. Im Taxi setzte sich Peter neben den Fahrer, die Unterhaltung überließ er Antonia und dem Jungen. Tommy sagte nicht viel, bald schwiegen sie alle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hast du noch Lust, mitzukommen auf den Dampfer? unterbrach Peter die krampfhafte Stille.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sicher, warum fragst du?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du hättest deine Meinung ja ändern können. Wir fahren gleich heute abend nach München und übernachten bei meinem Sohn. Am anderen Morgen geht der Flieger berichtete Peter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wohin?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Hong Kong nach Korea. Dann mit dem Schiff auf die Philippinen, in Italien steigen wir aus. Das mit der Antarktis hat nicht geklappt, du hättest die medizinische Untersuchung wohl nicht geschafft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klingt nicht schlecht sagte der Junge nur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch zu Hause war Tommy sehr schweigsam. Peter hatte nicht den Eindruck, daß er sich auf die Reise freute. Die wenigen Worte, die sie miteinander wechselten, waren leer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Willst du dich noch von Oma verabschieden? fragte Peter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich ruf sie an. Ich steh nicht so auf Abschied lehnte Tommy ab. Dann g